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Wiens Opernhäuser am Saisonstart mit Odyseen und Träumen

Wiens Opernhäuser am Saisonstart mit Odyseen und Träumen

Dirigent Christophe Rousset leitet sein Ensemble Les Talens Lyriques in "Il ritorno d´Ulisse in patria" am Theater an der Wien.
© Eric Larrayadieu/Theater an der Wien

Das Theater an der Wien geht mit „Il Ritorno D´Ulisse in patria“ an die Anfänge der Oper, in der Volksoper träumt man einen „Walzertraum“ – womit Wiens Opernhäuser in die neue Saison starten.

Der Regisseur zittert und bangt: Wird seine Operninszenierung ein Erfolg werden? Er zweifelt, übt sich in Selbstzerfleischung... Ganz so arg wie in Tristan Schulzes neuer Oper „Premiere“, die am 26. September in der Hölle im Souterrain des Theaters an der Wien uraufgeführt wird, wird es den Regisseuren der Herbstpremieren hoffentlich nicht ergehen, aber Spannung herrscht jedenfalls, stehen im September doch einige Premieren in Wiens Opernhäusern an. Schulzes Uraufführung ist ein Auftragswerk des Theaters an der Wien, in dem „ein Regisseur eine wahre emotionale Achterbahn erlebt“, wie Intendant Roland Geyer beschreibt. Er hat dafür neben Schulze als Komponist und musikalischem Leiter in Personalunion Ildiko Raimondi als Primadonna und den schwedischen Tenor Erik Arman als Hauptfigur engagiert.

Odyssee

Eröffnet wird die Saison im Theater an der Wien mit dem Thema der Odyssee, gleich zwei Mal steht sie im Mittelpunkt der Produktionen: Beim Eröffnungskonzert werden Karl Markovics, Nicholas Ofczarek und Corinna Harfouch James Joyce Ulysses rezitieren, dazu haben Klaus Buhlert und Manfred Hess mit Musik von Bach bis Berio eine musikdramatische Fassung gefunden. „Sie haben durch Lieder, die Joyce gerne gehört hat, 18 Stationen rund um die Rezitation kreiert, zusätzlich gibt es eine Promenade, ausgeführt durch verschiedene Schlagwerke“, beschreibt Geyer. Die britische Percussionistin Dame Evelyn Glennie wird zahlreiche Schlaginstrumente spielen. Der Abend ist die Vorhut zur ersten Premiere, „Il Ritorno D´Ulisse in patria“ von Monteverdi, es inszeniert Claus Guth, der bereits „L´Orfeo“ am Haus gestaltet hat, es singen Garry Magee als nach langer Zeit heimkehrender Ulisse und Delphine Galou als seine Gattin Penelope, die nicht nur über die Jahre alle Verehrer verschmäht hat, sondern nun auch den Gatten zurück stößt.

„Wir gehen zurück zu den Anfängen der Oper und bekennen uns ganz klar zu Originalklang-Instrumenten dieser Zeit“, so Geyer. Mit Christophe Rousset und seinen Les Talens Lyrique hat er Spezialisten auf dem Gebiet der Barockoper, diese werden am 16. September zudem „La Calisto“ von Francesco Cavalli mit Christiane Karg in der Titelrolle der Nymphe, die von Göttervater Jupiter (Giovanni Battista Parodi) verführt wird, aufführen. Zahlreiche Werke werden heuer konzertant geboten, „Stücke, die man zwar gerne hört, die aber den szenischen Aufwand nicht rechtfertigen“, so Geyer. Zusätzlich gibt es im September ein Konzert der Wiener Philharmoniker unter Vladimir Jurowski mit Schumann, Tschaikowski und Messiaen. Die nächste große Premiere der Saison, die 10 Premieren bietet und in der Geyer eine „kreative Weiterentwicklung im Spielplan“ plant, da ihm sein Bregenz-Exkurs „die Augen geöffnet hat, was hier noch Anderes sein könnte“, steht am 10. Oktober an. Dann wird „Il Tabarro“, „Suor Angelica“ und „Gianni Schicchi“ geboten, das wohl berühmteste musikalische Triptychon, Kirill Petrenko leitet das RSO Wien, Damiano Michieletto, der bei den Salzburger Festspielen 2012 „La Boheme“ mit Anna Netrebko inszeniert hat, führt Regie.

Barock auch am Ring

Die erste Opernpremiere in der Wiener Staatsoper lässt auf sich warten, am 12. November gibt es die erste Neuproduktion der Saison: „Alceste“ von Christoph Willibald Gluck, Direktor Dominique Meyer, der sich am 15.9. dem Publikumsgespräch stellt, vertraut einmal mehr darauf, dass auch Barockoper und Originalklang in sein Haus passen und lässt das Freiburger Barockorchester anstatt des hauseigenen Klangkörpers spielen. Christof Loy inszeniert mit Joseph Kaiser und Veronique Gens. Zuvor gibt es eine Ballettpremiere am 7. Oktober, man zeigt die Nurejew-Version des „Nussknackers“ mit Liudmila Konovalova und Vladimir Shishov. Als erste Wiederaufnahme zeigt man Herbert Wernickes Inszenierung von 1998 von „I Vespri Siciliani“ mit Burkhard Fritz als Arrigo, Gabriele Viviani als Gouverneur und Ferrucio Furlanetto als Giovanni da Procida, den Anführer der Rebellen.

Live auf der Leinwand

Im September werden auch wieder zahlreiche Vorstellungen bei Schönwetter auf die Leinwand auf dem Karajanplatz übertragen, hier hat man in der ersten Septemberwoche beispielsweise die Wahl zwischen „Don Carlo“ mit Rene Pape und Roberto Alagna sowie Krassimira Stoyanova am 4. September, „Arabella“ unter der Regie von Sven-Eric Bechtolf, dem Schauspiel-Direktor der Salzburger Festspiele, mit Camilla Nylund in der Titelrolle am 5.9. und „Liebestrank“ mit Malin Hartelius als Adina, Celso Albelo als Nemorino und Alfred Sramek als Dulcamara in einer Inszenierung nach Otto Schenk am 6.9.

Auf Tuchfühlung mit den Abteilungen des Hauses zu gehen ermöglicht der Tag der offenen Tür am 2. September.

Walzertraum am Gürtel

Träumerisch wird der Saisonstart in der Volksoper, Hausherr Robert Meyer inszeniert Oscar Straus Operette „Ein Walzertraum“, Guido Mancusi dirigiert, Caroline Melzer, Thomas Paul, Anita Götz, Martina Dorak, Alexander Pinderak, Mara Mastalir und weitere Stützen des Hauses spielen alternierend in der Geschichte um einen Leutnant, der sich nach der Heirat mit einer Prinzessin nicht mit der Statistenrolle als Staffage einer Adeligen zufrieden geben will. Er mischt sich unters Volk und lernt die Kapellmeisterin Franzi kennen. Doch seine Ehefrau versucht ihn zurück zu erobert und nimmt bei einer Musikerin Nachhilfe in Wiener Verführungskunst. Als Parade-„Piefke“ Lothar debütiert Burgschauspieler Markus Meyer in der Volksoper.

Die erste Opernpremiere im Haus am Gürtel steht am 25. November an, „Le Nozze di Figaro“ wird gegeben, zuvor hat noch „Kiss me Kate“ am 25.10. Premiere, insgesamt zeigt die Volksoper diese Saison zehn Premieren, darunter drei Ballettabende. „Wir stoßen damit an unsere Grenzen“, sagt Direktor Robert Meyer.

Theresa Steininger

 

 

 


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steininger, 20.04.2013, 12:55

Amüsieren im Teenie-Stlye
Ja, es gibt Musicals mit mehr Ohrwürmern und mehr Tiefgang als „Natürlich blond“ – wer in die Vorstellung im Ronacher geht und vorher den Hollywood-Teenie-Film gesehen oder davon gehört hat, der weiß, dass ihn keine hochtrabende Handlung erwartet.

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