© Florian Schulte/Konstraste Krems
Das Festival Kontraste steht ab 12. Oktober unter dunklen Einflüssen.
In weiten Teilen der Astronomie und Kosmologie gilt es heute als ausgemacht, dass die dem Menschen sichtbare Materie nur einen Bruchteil des Universums ausmacht. Die überwiegende Mehrheit hingegen scheint aus „dunkler Materie“ und „dunkler Energie“ zu bestehen, von denen wir bis heute praktisch nichts wissen – ihre Existenz können wir nur aus Messungen schließen. Das Kunstfestival Kontraste in Krems greift heuer dieses Bild auf und widmet sich drei Tage lang künstlerischen Versuchen, die menschlichen Sinne zu verstärken und nicht Wahrgenommenes wahrnehmbar werden zu lassen. Mit einem breiten Spektrum experimenteller Kunstformen von audiovisuellen Installationen über LED-Projektionen bis hin zu Live-Cinema-Performances namhafter Künstler und Ensembles werden Ebenen des Sehens, Hörens und Erlebens jenseits des Mainstreams erkundet. Somit bietet das Festival gewissermaßen zugleich eine Leistungsschau der dunklen Materie des Kulturbetriebs abseits ausgetretener Pfade. Zahlreiche Orte in Krems werden dabei zu Spielstätten des Festivals, das das künstlerische Leitungsteam als Reise durch die Stadt verstanden wissen will – inklusive eines Ausflugs in die Wachau und Abendessen mit beteiligten Künstlern. Bei aller Freude an experimentellen Formen ist es den Machern zugleich wichtig, kein elitäres oder verkopftes Konzept zu verfolgen, das nur Eingeweihten Freude bereitet. So betont die in Krems geborene Kuratorin und Produzentin Annette Wolfsberger: „Unser Programm ist für alle zugänglich, die neugierig sind.“
Martin Zierold









