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Loft-Totenhaus in der Staatsoper

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Loft-Totenhaus in der Staatsoper

Dirigent Franz Welser-Möst und Solist Sorin Coliban
© Wiener Staatsoper GmbH / Michael Pöhn; unbezeichnet/Wiener Staatsoper

An der Wiener Staatsoper wird Peter Konwitschnys Zürcher Inszenierung von „Aus einem Totenhaus“ am 11. Dezember zur Premiere gebracht.

Ein Loft im 44. Stock anstatt des Strafgefangenenlagers. Callboys, Dominas, eine Puff-Tanz-Stange. Peter Konwitschny verlegte in seiner Zürcher Inszenierung „Aus einem Totenhaus“ von Janacek in eine moderne elegante Männergesellschaft. Ein Mafia-Boss beherrscht anstatt des Kommandanten die Szene. Abendanzug ist Vorschrift, später sind die Jacketts abgelegt, viele haben Blutspuren auf den Hemden  - und einen Kater.

Die 1930 uraufgeführte, auf Dostojewskis „Aufzeichnungen aus einem Totenhaus“ basierende Oper über das Eingesperrtsein, Zwangsarbeit und die Gnadenlosigkeit der Gesellschaft wird in dieser Inszenierung nun an die Wiener Staatsoper übernommen, Johannes Leiackers weißes Loft mit Bar und Riesenfenstern wird auch im Haus am Ring jene Atmosphäre kreieren, die in Zürich zu geteilten Reaktionen führte.

Staatsoperndirektor Dominique Meyer bringt in der heurigen Saison mehrere Co-Produktionen, „Totenhaus wird zuerst dort, dann hier, ‚Clemenza di Tito’ erst hier, dann in Berlin gezeigt“. Ihm ist es ein Anliegen, „Aus einem Totenhaus“, die zweite Etappe des Janacek-Zyklusses in Nachfolge von Katia Kabanova darstellend, zu bringen. „Ich finde es wichtig, dass wir diese Stücke im Repertoire haben“, sagt er, sich auch auf „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ beziehend.

Das Dirigat liegt bei Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst, der aus diesem Anlass auch eine eigene philosophisch-gesellschaftliche Matinee-Reihe gestartet hat, die „ein kleiner intellektueller Leuchtturm sein soll, keine Vorschau, sondern eine Gelegenheit für unser Haus, über den Tellerrand zu schauen.“ Zu „Aus einem Totenhaus“ sprach er mit Pavel Kohout und Paul Lendvai über „Wer ist der Fremde in uns?“, auch zum Wiener Klang und zur Rolle der Kirche in der Kunst wird es solche Gespräche geben.

In Konwitschnys Loft begeben sich Sorin Coliban als Alexandr Gorjancikov, Misha Didyk als Luka, Gergely Németi als Aljeja, Christopher Maltman als Siskov und Alexandru Moisiuc als Platzkommandant.

Theresa Steininger

 


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