Niederosterreich | Film

Vor dem Kesselhaus

Vor dem Kesselhaus

"Der Gott des Gemetzels" nach dem Erfolgsstück von Yasmina Reza.
© Constantin Film/Kino im Kesselhaus

Das Kino im Kesselhaus am Campus Krems geht ab 27. Juni ins Freie und bietet bis 22. Juli Open Air Kino.

Möglicherweise der Anfang einer großen Karriere“, so nannte die renommierte deutsche Zeitung „Die Zeit“ Alix Delaportes Debütfilm „Angèle und Tony“ über eine zaghafte Liebe inmitten der unwirtsamen Landschaft der Normandie. Sicherlich der Anfang eines großartigen Sommers ist der Film für das Open Air Festival des Kinos im Kesselhaus in Krems. Ab 27. Juni verlegt man den Kinosaal bereits zum 7. Mal vor die Türe auf den Campus, am ersten Abend lädt man sogar bei freiem Eintritt ein, unter dem Sternenhimmel Delaportes Film über eine schwierige Beziehung zu sehen.

Höhepunkte des Kinojahres

In der Folge will man an 16 Abenden bis zum 21. Juli nichts weniger als die Höhepunkte des Kinojahres bieten. Darunter „The Artist“, jene cineastische Hommage an den Stummfilm, mit dem Michel Hazanavicius und sein Team mehrere Oscars einheimsen konnten (4.7.).  Jean Dujardin spielt darin, ebenfalls oscargekrönt, einen Hollywood-Star der 20er Jahre, dessen Leben aufgrund der Wende vom Stumm- zum Tonfilm maßgeblich verändert wird. Gleich am nächsten Tag steht die Verfilmung eines der meist gespielten Theaterstücke der Gegenwart, Yasmina Rezas „Der Gott des Gemetzels“, auf dem Programm, Roman Polanski hat den subtilen Streit zweier Paare mit Jodie Foster, Kate Winslet, Christopher Waltz, John C. Reilley und anderen inszeniert (5.7.). Auch ein österreichisches Meisterwerk, das die Filmwelt im vergangenen Jahr in Aufruhr versetzte, ist zu sehen: Karl Markovics „Atmen“ (11.7.), das Regiedebüt des bekannten Darstellers rund um einen Antihelden in der Jugendstrafanstalt, war österreichischer Kandidat für den Auslandsoscar und wurde von der Zeitschrift „Variety“ wie folgt empfohlen: „Dieser Film ist von lyrischer Schönheit. Zuschauer, die sich auf dieses Abenteuer einlassen, werden reichlich belohnt“.

Musik-Samstage

Ein besonderer Tag beim Open Air des Kesselhauses ist der Samstag, ist er doch in Kooperation mit dem Glatt&Verkehrt-Festival Musik-Ikonen gewidmet, hier zeigt man beispielsweise „Sing Your Song“ über die Stationen im Leben des Sängers Harry Belafonte, der mit „Banana Boat Song“ und ähnlichen Hits Musikhistorie schrieb und als Kämpfer gegen Rassendiskriminierung auftrat (30.6.) Am 14. Juli ist der Musik-Samstag Miriam Makeba, der berühmten Stimme Afrikas, die sich mit „Pata Pata“ unsterblich gemacht hat, gewidmet. Mika Kaurismäki hat 2011 eine Dokumentation über sie gedreht. Und auch der 18.7., obwohl kein Samstag, steht im Zeichen einer großen Persönlichkeit der Musikwelt: „Marley“ von Kevin Macdonald zeigt, wie der Sänger von „No Woman No Cry“ zum Friedenskämpfer wurde.

Im Trockenen

Und wenn der Sternenhimmel einmal nicht ganz so klar ist, dann wandert man beim Kesselhaus-Sommerprogramm eben wieder in den Saal, die 100 ersten Ticket-Käufer finden darin Platz.

Theresa Steininger

 

 

 


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steininger, 20.04.2013, 12:55

Amüsieren im Teenie-Stlye
Ja, es gibt Musicals mit mehr Ohrwürmern und mehr Tiefgang als „Natürlich blond“ – wer in die Vorstellung im Ronacher geht und vorher den Hollywood-Teenie-Film gesehen oder davon gehört hat, der weiß, dass ihn keine hochtrabende Handlung erwartet.

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