Wien | Film

Filmen im "Massenmörderland"

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Filmen im "Massenmörderland"

"Berlin - Alexanderplatz", 1931, Phil Jutzi
© Österr. Filmmuseum

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Filmen im "Massenmörderland"

Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" von 1931
© Österr. Filmmuseum

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Filmen im "Massenmörderland"

"Nosferatu, eine Symphonie des Grauens", 1922, Friedrich Wilhelm Murnau
© Österr. Filmmuseum

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Filmen im "Massenmörderland"

"Notre Nazi / Unser Nazi", 1984, Robert Kramer
© Österr. Filmmuseum

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Filmen im "Massenmörderland"

Rainer Werner Fassbinders "Händler der vier Jahreszeiten" von 1972
© Österr. Filmmuseum

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Das Österreichische Filmmuseum zeigt bis 8. April, dass der deutsche Film voller Alles-und-Nichts-Wissen, Mitlaufen, Verdrängen und Erinnern ist.

1984 machten zwei Filme die Kontinuität des Nazi-Faschismus auf besondere Art und Weise anschaulich: Thomas Harlan drehte mit Alfred Filbert „Wundkanal“ über Verdrängung und Vergessen. Filbert war ein hochrangiger SSler, 1962 wurde er wegen gemeinschaftlichen Mordes in 6800 Fällen verurteilt, 1975 vorzeitig entlassen, in Harlans Film spielt er sich 1984 auf perfide Art selbst, wird von Harlan zur Aufarbeitung aufgefordert, jedoch auch filmisch in die Enge getrieben und einer strengen Befragung unterzogen, seine „inquisitorische“ Art wurde dem Filmemacher damals auch vorgeworfen, die "Zeit" sprach von einer „filmischen Hinrichtung“. Robert Kramer wiederum hat zusätzlich Harlans Dreharbeiten in seinem Metafilm „Unser Nazi“ dokumentiert, wobei auch gezeigt wird, wie die Filmcrew damals reagierte, deren Ekel vor dem Täter in ihrer Mitte groß war, bis sie irgendwann auch selbst indirekt zu Tätern wurde. Beide Filme waren bei den 41. Filmfestspielen in Venedig Gesprächsthema Nummer Eins, wie die „Zeit“ damals schrieb: „Wie ein böser Traum beherrschten sie das Festival und die Diskussionen. Sondervorführungen fanden statt, weil immer noch nicht alle die Filme gesehen hatten, und verstört, erregt, haßerfüllt kam man aus dem Kino, und in der Luft lag der alte, nie endende Streit über den nie endenden Faschismus.“

Nun zeigt das Filmmuseum Harlans und Kramers Arbeiten im Zuge einer Retrospektive, die das Filmland Deutschland und seine Produkte, die von 1922 bis 1988 entstanden, beleuchtet. Zu sehen sind auch Arbeiten von Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ bis zu Christoph Schlingensiefs Familiengroteske „Mutters Maske“, von Phil Jutzis „Berlin Alexanderplatz“, der ersten Verfilmung des Döblin-Großstadtalptraums, bis zu Herbert Achternbuschs „Das letzte Loch“ über die Verzweiflung darüber in einem "Massenmörderland" zu leben.

Parallel zu dieser „Deutschland in der Nacht“ betitelten Filmreihe zeigt man das Oeuvre von Romuald Karmakar, der nach seinem Grundsatz „In diesem Film ist alles Dokumentarische real und alles Fiktive nicht unbedingt falsch“ „Arbeit an Deutschem“ leistete. Karmakar wird auch für Publikumsgespräche ins Filmmuseum kommen.

Theresa Steininger


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