Modenschau im Haupthof des MQ.
© Ali Schafler/MQ
MuseumsQuartier. Kleidung und Kunst, Glanz und Glamour, Party und Diskurs – nach einem Sommer voll Mode gibt sich auch der Herbst im Museums-quartier äußerst fashionable.
Schon die Eröffnung des „MQ Summer of Fashion“ im Juni war ein großer Erfolg: Es wurde über den vom Architektenteam PPAG gestalteten Catwalk quer durch die MQ-Höfe gegangen, die Must-have-Teile des Herbstes gezeigt. Und während man im Museum moderner Kunst die schrillen Anzüge des Futuristen Giacomo Balla mit dem Filzexponat von Joseph Beuys kunstgeschichtlich vergleichen konnte, wurden andernorts Adressen der aktuellsten Modeblogs ausgetauscht. „So ein dichtes Programm gab es noch nie“, freut sich Christian Strasser. „Und es ist alles gut gelaufen“, strahlt der 49-jährige Neo-MQ-Boss. Der Kulturmanager hat den Sommer im Museumsquartier verbracht und die Erfolgsgeschichte des Areals fortgesetzt. Sein Resümee: „Im Wohnzimmer der Wiener brodelt es momentan mehr als genug. Es tut sich an allen Ecken und Enden was.“ – Vier Millionen Besucher pro Jahr zählte man bei der jüngsten Erhebung, die sehr präzise Zahlen lieferte. Eigentlich das Maximum, das man erreichen kann, wie der MQ-Direktor betont. Er freut sich vor allem, dass aus dem Nebeneinander der vielen ansässigen Institutionen endlich ein Miteinander wurde: „Die Chemie stimmt, und das ist eine gute Basis für neue interdisziplinäre Zusammenarbeit.“
Den Abschluss des „MQ Summer of Fashion“ bildet vom 12. bis 16. September die „MQ Vienna Fashion Week“, die bereits zum vierten Mal im MQ stattfindet und im Vorjahr über 10.000 Modeinteressierte anzog. Im Fashion-Zelt auf dem Vorplatz des quartier21 präsentieren sich heuer Designer von and_i über Anelia Peschev bis zu Artista oder Callisti. Und natürlich können Trendscouts und Fashionistas neben den Defilees der Designer auch an den Messeständen Kollektionsteile anprobieren und kaufen.
Im Oktober gilt es dann die ebenfalls immer stark frequentierte „Lange Nacht der Museen“ zu bewältigen, in deren Rahmen der „Jeunesse-Tag im MQ“ mit seinem vielfältigen Programm für einen besonderen musikalischen Abschluss des „Sommer im MQ“ sorgt. „Ein guter Auftakt für die Besucher, sich nach den Hofevents wieder auf die Ausstellungen in den einzelnen Institutionen von MUMOK, Kunsthalle Wien, Leopold Museum bis zum Architekturzentrum Wien zu konzentrieren“, wie Strasser betont, ehe sich das Areal dann für den „Winter im MQ“ bereit macht.
Spiegel der Gegenwart und Schaffensraum der Zukunft
The „next big thing“ ist dann ein Jubiläum im Frühjahr 2013: Da werden „10 Jahre quartier21“ zelebriert. Kaum zu glauben, denkt man an die stark umstrittene Anfangsphase des Projektes, das rund 60 Kulturinitiativen auf rund 7.000 m2 Platz bietet und mit neuen Produktions- wie Präsentationsformen neben der traditionellen Museumslandschaft Stellung bezieht. Im Portefeuille hat man digitale wie Game-Kultur, Street-Art, Fotografie, Design und Literatur. Neben den Veranstaltungsräumen gibt es auch ein eigenes Artist-in-Residence-Programm, „das seit 2002 über 370 internationale Künstler in Anspruch genommen haben“, wie Strasser referiert. Unter anderen ist derzeit auch der thailändische Modedesigner Wonder Anatomie hier zu Gast, der seine Kollektion am 14. 9. bei der „Fashion Week“ präsentiert.
Im quartier21 wolle man jedenfalls, so Strasser, „hinkünftig das Profil schärfen und noch stärker nach außen tragen, wofür die Marke steht“. Es wäre aber keine ehrliche Auseinandersetzung, würde man nicht auch gleich intensiv diskutieren, ob der Name quartier21 nicht auch geändert wird. Das kommende Frühjahr wird es zeigen.
Michaela Knapp









