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Universität der Relevanz

Universität der Relevanz


© timeline / Rudi Handl

Bildung. Die Wiener Vorlesungen feiern im April ihr 25-Jahr-Jubiläum und bieten demnächst Vorträge zu Burnout, Musikaufführungspraxis und Chemie.

Burnout. Modediagnose oder schwere Krankheit unserer Zeit? Oder: Wie soll man Musik richtig aufführen, im alten oder im neuen Zeitgeist? Es sind die Fragen von heute, auf die die Wiener Vorlesungen kompetente Antworten von Wissenschaftern bieten, wenn beispielsweise der Psychiater Michael Musalek zu ersterem Thema spricht und mit dem interessierten Publikum diskutiert. Seit bald 25 Jahren dient die Vortragsreihe, die zumeist im Rathaus stattfindet und allen offensteht, als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, als „Universität der Relevanz“, wie sie der Spiritus Rector, Hubert Christian Ehalt, nennt. Für eine Studienrichtung muss man sich hier nicht entscheiden. Gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und wissenschaftliche Phänomene werden thematisiert, neueste Erkenntnisse vieler Disziplinen einem breiten Publikum bei freiem Eintritt in rund 40 Veranstaltungen pro Jahr vorgestellt. Unter den Rednern waren schon Koryphäen ihres Faches wie Zeilinger, Eibl-Eibesfeldt, Watzlawick, Portisch, Kreisky, Gorbatschow, Dönhoff, Ziegler, Djerassi, Weinzierl und viele mehr, wobei es Ehalt nicht um Namen, sondern um die wichtigsten Fragen der Gegenwart geht. „In der Tat sind gerade die brisantesten Probleme und Fragen, mit denen die Welt gegenwärtig konfrontiert ist, weitgehend ungeklärt“, führt Ehalt gegenüber k2 aus. „Ich möchte das Projekt der Aufklärung zeitadäquat weiterführen. Wie vor 200 Jahren geht es auch heute darum, die Welt mit den Möglichkeiten, die Wissen und Wissenschaft, Kritik und Analyse bieten, zu öffnen und offen zu halten.“ Analyse statt Infotainment steht für Ehalt im Vordergrund, die Vorträge sollen kritisch und am Puls der Zeit sein sowie zur Auseinandersetzung anregen – ein Angebot, das bis zu 1.000 Hörer pro Abend wahrnehmen.
Was im April 1987 mit einem Vortrag von René König, dem Herausgeber der „Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie“, begann, wurde von dem damaligen Bürgermeister Helmut Zilk, Stadtrat Franz Mrkvicka und Ehalt erfolgreich etabliert und unter Bürgermeister Michael Häupl und den Stadträten Pasterk, Görg und Mailath-Pokorny endgültig zur „Wiener Stadtuniversität“. Seit Beginn wurden 1.150 Veranstaltungen abgehalten, 500.000 Zuhörer kamen. Die kommenden Programmpunkte stehen stellvertretend für die Vielfalt der Wiener Vorlesungen: Im Dezember wird Günter Wächtershäuser zum Internationalen Jahr der Chemie sprechen, im Jänner wird Erwin Ortner, Leiter des Arnold Schoenberg Chors, Konzertfreunde anlocken, wenn er auseinandersetzt, wie man Musik richtig aufführen soll. Der Burnout-Vortrag folgt am 1. Februar. Rege Diskussionen im Anschluss sind diesen Abenden sicher – und, wie stets im Rahmen der Veranstaltungsreihe, höchst erwünscht.
Wer bei den Vorlesungen selbst nicht dabei sein kann, kann dank einer Buchreihe Versäumtes zumindest ansatzweise nachholen, hier haben schon Anton Pelinka, Oliver Rathkolb, Erika Weinzierl und viele mehr publiziert, Ehalt selbst hat etwa Werke zu Raimund und Nestroy herausgegeben. 250 Bände sind in neun Buchreihen erschienen, eine wichtige davon ist die „Enzyklopädie des Wiener Wissens“, in der Interessantes zur Stadt in Monografien dargestellt wird.

Theresa Steininger


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  • www.wien.gv.at/kultur/abteilung/vorlesungen/ Günter Wächtershäuser: Vortrag zum Internationalen Jahr der Chemie
    1. Dezember 2011

    Lore Sexl u. a.: Leibniz in Wien
    12. Dezember 2011

    Erwin Ortner: Wie soll man Musik richtig aufführen – im alten oder im neuen Zeitgeist?
    25. Jänner 2012

    Michael Musalek: Burnout. Modediagnose oder schwere Krankheit unserer Zeit?
    1. Februar 2012

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steininger, 20.04.2013, 12:55

Amüsieren im Teenie-Stlye
Ja, es gibt Musicals mit mehr Ohrwürmern und mehr Tiefgang als „Natürlich blond“ – wer in die Vorstellung im Ronacher geht und vorher den Hollywood-Teenie-Film gesehen oder davon gehört hat, der weiß, dass ihn keine hochtrabende Handlung erwartet.

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