Lichtlabor an der Donau-Universität Krems
© Suzy Stöckl
Forschungsland. Niederösterreich investiert 70 Millionen Euro pro Jahr in Forschung und Forschungsförderung, neue Unis entstehen, 15.000 Studenten wählen aus einem attraktiven Lehrangebot an Unis und FHs. Die Verleihung der Wissenschaftspreise wurde kürzlich zur Dialogplattform für die Scientific Community.
Wirtschaft, Technik, Gesundheitswesen, Design – zahlreiche Zukunftsthemen kann man an den Universitäten und Fachhochschulen Niederösterreichs studieren, ständig kommen neue Lehrgänge dazu. Innovation und eine klare Strategie – das sind die Ziele, die sich das Land dabei und generell im Bereich Wissenschaft gesetzt hat. „Innovation ist entscheidend, wir wollen den jungen Menschen ein Angebot offerieren, das ermöglicht, dass sie alle Herausforderungen lösen – ansonsten sind unsere Investitionen nicht sinnvoll“, sagt Joachim Rössl, Leiter der neuen Abteilung Wissenschaft und Forschung. 70 Millionen Euro werden pro anno für Forschung und Forschungsförderung aufgewendet, diese wollen gut verteilt sein: Auf die Fachhochschulen in Krems, Wiener Neustadt und St. Pölten, auf Universitäten, die Grundlagenforschungsuniversität IST Austria in Klosterneuburg, die 2009 gegründet wurde, auf die seit 1964 vergebenen Wissenschaftspreise, auf Symposien bis hin zur Förderung von wissenschaftlichen Gesellschaften und Publikationen.
Wissenschaft als Zukunftssignal
„Wissenschaft ist für unser Land ein klarer politischer Schwerpunkt, es ist einer der wenigen Bereiche, wo das Budget angehoben wurde. Die Gründung der neuen Abteilung ist ein Zeichen für noch mehr Koordination und Strategie“, so Rössl, ein Zeichen sogar, das die heimische Wissenschaftscommunity verlangt habe. Im Gegenzug verzeichnet man Anerkennung von dieser. „Dass am IST Austria in Klosterneuburg, wo Grundlagenforschung betrieben wird, bei der Erkenntnisgewinn vor Zweckorientierung steht, bis 2016 insgesamt 700 Wissenschafter vor Ort sein werden, dass eine Persönlichkeit wie Stephan Schmidt-Wulffen neuer Rektor der Design-Universität wird und vieles mehr lässt uns sehen, dass unser Ruf als Wissenschaftsstandort gefestigt wird.“ Dieser soll noch ausgebaut werden, etwa mit einer Universität für Gesundheitswissenschaften in Krems und einem Krebszentrum in Wiener Neustadt.
Kooperation mit Wien als Selbstverständlichkeit
Im Fall des IST Austria verhandle man gerade über eine Absicherung bis 2026. Die Klosterneuburger Forschungseinrichtung, die für Spitzenforschung gegründet wurde und Postgraduiertenausbildung bietet, nennt Rössl auch als Beispiel dafür, wie eng mit Wien zusammengearbeitet wird. Als Plattform für den Dialog unter Wissenschaftern hat man auch die Verleihung der Wissenschaftspreise des Landes, die mit je 11.000 Euro im Fall der Würdigungspreise und mit je 4.000 Euro im Fall der Anerkennungspreise dotiert sind und die kürzlich in Krems verliehen wurden, noch verstärkt etabliert. Auch wenn der Schwerpunkt im Bereich Wissenschaft im Land derzeit bei den Naturwissenschaften liegt, will man mit einer Initiative im Bereich Geisteswissenschaften für eine „sinnvolle Balance“ sorgen, so Rössl: „Wir wollen zeigen, dass den Geisteswissenschaften – besonders in unserer Welt steriler Funktionalität – eine wesentliche Rolle zukommt. Die Welt nicht nur zu errechnen, sondern holistisch zu erkennen und damit Wissenschaft gleich wie ihre Ergebnisse in den gesellschaftlichen Kontext zu führen, ist unser Ziel.“
Theresa Steininger








