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Friedhöfe

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Mozartgrab auf dem Friedhof in St. Marx
© David Peters

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Friedhöfe

Zentralfriedhof, 1. Tor, alter jüdischer Teil
© B&F

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Stimmungsvoll. Der Friedhof St. Marx ist der letzte erhaltene Biedermeierfriedhof Wiens. 

K. & k. Hof-Mundwäscherin, fürstl. Esterhazysche Oberbuchhalters-Witwe, herrschaftlicher Wirthschaftsrath und Mitglied der Landwirthschafts-Gesellschaft ... Wer über den St. Marxer Friedhof wandelt, wird mit den phantasievollsten Grabinschriften konfrontiert. Denn wie gerne schrieb man im Biedermeier so viel, wie nur ging, auf die Steine. Auch auf die Namen von Praterunternehmer Basilio Calafati, Maler Peter Fendi und Dombaumeister Leopold Ernst stößt, wer knirschenden Schrittes die Kieswege entlangspaziert. Bekannt ist die letzte Ruhestätte vieler Wiener aus der Biedermeierzeit aber wegen des Grabs Wolfgang Amadeus Mozarts, das an jener Stelle errichtet wurde, an der er „aller Wahrscheinlichkeit nach“ beerdigt wurde, und über das ein weinender Genius wacht.

Die Unsicherheit ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass zur Zeit Mozarts Bestattungen auf Gräberfeldern üblich waren, zumal hatte Kaiser Joseph erlassen, dass die Angehörigen die Leiche nicht bis zum Friedhof begleiten durften. Er war es auch gewesen, der sämtliche Friedhöfe weit außerhalb der Stadtmauern verbannte und auf dessen Entscheidung die Gründung von fünf Biedermeierfriedhöfen basiert. Von diesen ist einzig der Friedhof St. Marx erhalten, der 1874 mit der Eröffnung des Zentralfriedhofs stillgelegt wurde, seit 1936 unter Denkmalschutz steht und heute als Park der Stadt Wien dient. Beschädigte und verwitterte Grabsteine sind von der Stadt immer wieder restauriert worden, rund 5.600 Gräber sind hier erhalten.

Auch abseits der Wolferl-Verehrung hat der Friedhof St. Marx seine Reize. Nicht nur über Mozarts letzter Ruhestätte wacht ein Engel, diese stechen beim Rundgang über den Friedhof immer wieder ins Auge – ebenso wie ein bekannter Name nach dem anderen: Komponist und Verleger Anton Diabelli, Donnerbrunnen-Bildhauer Georg Raphael Donner und Schauspielerin Therese Krones haben hier ein Ehrengrab.

Jenes Grabmal, das 1859 für Mozart errichtet wurde, wurde später auf den Zentralfriedhof übertragen, jenen Friedhof, der die meisten Ehrengräber der Stadt aufweist. Die höchste Auszeichnung, die die Stadt Wien über den Tod hinaus – nämlich auf Friedhofsdauer – vergibt, wurde hier zahlreichen großen Musikern, Politikern und Wissenschaftlern zuteil. 1881 hatte der Wiener Gemeinderat den Beschluss gefasst, „berühmten Persönlichkeiten eigene Grabstätten im Central-Friedhof zu widmen“, nämlich solchen „aus Wissenschaft und Kunst, die zum Ansehen Wiens maßgeblich beigetragen haben“. Von Arthur Schnitzler, Ludwig van Beethoven und Bruno Kreisky über Leopold Figl, Karl Farkas, Curd Jürgens, Adolf Loos und Hans Moser, Ferry Dusika und Alfred Worm bis zu Falco reicht die Auswahl. Falcos Grabmal ist wohl eines der auffälligsten, ein roter Obelisk und eine Panzerglasplatte zieren es. Wenig entfernt findet man eines der jüngsten Ehrengräber: 2011 wurde hier Supermax Kurt Hauenstein begraben. Die Präsidenten der österreichischen Republik liegen überhaupt in einer eigenen Gruft. Und nicht allein der Zentralfriedhof weist Ehrengräber auf, so liegen Hawelka-Wirtin Josefine und Ödon von Horvath in Heiligenstadt, Schauspieler Hermann Thimig in Sievering, Kollegin Hedwig Bleibtreu in Pötzleinsdorf. Ihnen allen wird auf besondere Art die letzte Ehre erwiesen.

Theresa Steininger


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  • Wiener Zentralfriedhof September: 7 bis 19 Uhr, 1. Oktober bis 2. November: 7–18 Uhr, ab 3. November: 8–17 Uhr
  • Friedhof St. Marx Oktober: 7 bis 17 Uhr, November bis März: 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, Führung am 19. November 2011, 14 Uhr

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