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Die Landpartie des Jahres 2012: Der erste Überblick!

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Die Landpartie des Jahres 2012: Der erste Überblick!

Der Wolkenturm Grafenegg, Symbol und Leuchtturm des Musiksommers in Niederösterreich
© Philipp Horak

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Das Renaissanceschloss Schallaburg
© Helmut Lackinger

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Die Shedhalle St. Pölten im neuen Styling der Architektengruppe BWM als Ausstellungsort der Landesgalerie
© Shedhalle St. Pölten

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August Walla („Zwei Engel“) als große Personalaustellung in Gugging
© Privatstiftung der Künstler aus Gugging

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Janosch im Karikaturmuseum Krems
© Janosch Film und Medien AG, 2011

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Francis Picabia („Aello“) als Retrospektive in der Kunsthalle Krems
© VBK, Wien, 2011

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Manfred Wakolbinger („resting-acting-stretching force“), die große Eröffnungsausstellung der Landesgalerie in der Dominikanerkirche Krems
© Manfred Wakolbinger

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Mumien („Vier Amulette in Form des Udjat-Auges“) als große Themenausstellung im MZM Mistelbach
© Ägyptisches Museum Florenz

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Egon Schiele („Sonnenblumen“) im Schiele Museum Tulln
© Niederösterreichisches Landesmuseum

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Vorschau. Mit „Zeit Kunst Niederösterreich“, einem neuen Projekt zur zeitgenössischen Kunst, Byzanz auf der Schallaburg, Stars von Erdmann bis Ofczarek in Grafenegg und vielem mehr bietet Niederösterreich 2012 zahlreiche Kulturhöhepunkte.

Man kann sich auf einiges freuen: Ob auf Grafenegg mit Ramón Vargas, Mojca Erdmann, Ian Bostridge, Nicholas Ofczarek, dem London Philharmonic Orchestra und vielen mehr, Julia Stemberger als Anna Karenina in Reichenau, eine neue Intendanz im Landestheater Niederösterreich, Byzanz auf der Schallaburg oder Francis Picabia und eine Zuckermaschine in der Kunsthalle Krems: Das niederösterreichische Kulturjahr 2012 wird mit zahlreichen Highlights aufwarten.
Ein Leuchtturm-Projekt des Landes vorweg: Mit „Zeit Kunst Niederösterreich“ setzt man einen neuen Fokus auf zeitgenössische Künstler, denen in der säkularisierten Dominikanerkirche in Krems und in der Shedhalle in St. Pölten monografische Ausstellungen gewidmet werden. Durch das Zusammenwirken mit der mittelalterlichen Architektur in Krems und dem modernen Bau in St. Pölten will man ein Spannungsfeld für zeitgenössische Kunst schaffen – zuerst ab 3. Juni für Manfred Wakolbinger, der in der Dominikanerkirche einen Querschnitt seines bildhauerischen Schaffens sowie Videos und Fotos zeigt, sensibel mit der gotischen Architektur abgestimmt. Dann für Hans Kupelwieser, mit dessen fotografischem und skulpturalem Schaffen die Landesgalerie in St. Pölten Ende September eröffnet wird.
Pionierarbeit betreibt 2012 auch die Kunsthalle Krems: In der ersten heimischen Retrospektive zu Francis Picabia, die am 15. Juli startet, wird ein Künstler beleuchtet, der wie kaum ein anderer Stilwechsel von Spätimpressionismus über Fauvismus, Kubismus, Dadaismus bis Abstraktion vollführte. Diese Hakenschläge der Kunst gilt es zu untersuchen, Revision der Moderne inklusive. Wunderbar wird ganz bestimmt die erste neue Ausstellung des Jahres in der Kunsthalle (März bis Juni), ästhetisch und intellektuell möchte man sich auf die Spuren der Wunder begeben – in mehr als 50 künstlerischen Positionen der Gegenwart und vielen Exponaten aus Religion, Wissenschaft und Alltag.
Wer kennt und liebt sie nicht: Tiger, Bär und Tigerente? Das Karikaturmuseum zeigt vom 18. März bis 4. November Janosch. Zudem werden im kommenden Jahr Deix’ amüsante Werke ab 9. 9. relauncht, eigene Expositionen werden auch dem Karikaturisten Petar Pismestrovic (ab 22. 1.) und Sokols „American Natives“ (18. 11. bis Mai 2013) gewidmet.
„Kiesel und Klunker“ gibt es ab 18. März im Landesmuseum, die Schau beschäftigt sich mit Fundstücken von Fossilien, Gesteinen und Mineralien sowie mit heimischen Rohstoffen. Die Verflechtungen zwischen Geologie und Biologie sollen erforscht werden können. Eine Spezialausstellung zur Landeskunde nimmt sich ab 12. Mai der Geschichte des Bundeslandes ab 1848 an und eine Gauermann-Schau rundet das Jahresprogramm ab.
In das Byzantinische Reich kann man sich von Ende März bis 4. November auf der Schallaburg begeben. Welche Einflüsse hatte die goldene Metropole auf unsere Kultur, inwiefern fungierte sie als Vermittler zwischen Orient und Okzident und wie wurde die Entstehung des modernen Europa beeinflusst? Diesen Fragen geht man auf Basis von Mosaiken, Prachtbauten, Ikonenkunst und vielem mehr auf den Grund.
In Gugging widmet man dem Universalkünstler August Walla ab 29. März eine Werkschau, einem der vielseitigsten Künstler der Art brut des 20. Jahrhunderts, der Graffiti auf Straßen machte, seine Werke, darunter solche aus Dosenblech, Müll oder Holz, in ganz Klosterneuburg aufhängte und sich mit seinen Arbeiten fotografieren ließ. 400 davon werden in der bisher größten Schau des Hauses gezeigt, darunter auch Briefe, für die Walla eine eigene Handschrift und Sprache erfand. Parallel dazu werden Gugging-Klassiker und damit auch exemplarische Werke seiner Zeitgenossen gezeigt.
Das Schiele Museum in Tulln wird in die bestehende Ausstellung, die dem Frühwerk des Künstlers gewidmet ist, neue Werke aufnehmen. Weitere Ausstellungshöhepunkte werden eine Mumienschau im MZM Mistelbach und eine Cibulka-Retrospektive im Nitsch Museum sein.

Musik und Theater von Grafenegg bis Reichenau

Freunde hochkarätiger klassischer Musik haben bereits zum sechsten Mal die Möglichkeit, in Grafenegg voll auf ihre Kosten zu kommen. Der Musik-Sommer (21. 6.–18. 8.) bietet Künstler wie Ramón Vargas, der mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich und Andrés Orozco-Estrada eine „Italienische Nacht“ samt Mendelssohn Bartholdys „Italienischer“ sowie Arien von Donizetti, Puccini und Verdi bietet, und die Academy of Ancient Music mit Händel-Werken. Das eigentliche Festival (23. 8.–9. 9.) wird mit Haydns „Schöpfung“ mit dem neuen Sopran-Liebling Mojca Erdmann, Ian Bostridge und dem Arnold Schoenberg Chor eröffnet. Auch das Philharmonische Orchester Oslo, das Gewandhausorchester Leipzig, das Orchestre des Champs Elysées, das London Philharmonic Orchestra und Nicholas Ofczarek, der bei einem „Peer Gynt“-Abend mit einer Textfassung von Franzobel als Sprecher fungiert, konnte Intendant Rudolf Buchbinder gewinnen, der selbst mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra mit Brahms Klavierkonzert Nr. 2 auftreten wird. Als Composer in Residence wurde James MacMillan gewählt.
Der Musikfestivalreigen wird bereits zur Osterzeit von „Imago Dei“ im Klangraum Krems (10. 3.–9. 4.) eröffnet, man bringt Derwische aus Ägypten und einen Korea-Schwerpunkt sowie „Lux Aeterna“ mit dem Lettischen Radio Chor. Weiter geht’s mit dem Donaufestival (28. 4.–5. 5.), dem achten unter der Intendanz von Tomas Zierhofer-Kin, sowie mit „Glatt & Verkehrt“ im Juni/Juli und den Kontrasten von 4. bis 7.10..
Die letzte Saison der Intendantin Isabella Suppanz im Landestheater Niederösterreich bringt ab 28. 1. Hauptmanns selten gespieltes Stück „Einsame Menschen“ in der Regie von Janusz Kica, ab 3. 3. Feydeaus „Einer ist der Dumme“ in Suppanz’ eigener Fassung sowie die Österreich-Premieren von Becketts „Krapp’s Last Lane“ (23. 3.) in der Regie von und mit Robert Wilson und von René Polleschs „Schmeiß dein Ego weg“ (3. 5.). Ab September wird Bettina Hering, die das Haus als kulturellen Nahversorger sieht, im Haus am Rathausplatz vorherrschen.
Erneut wird es eine Koproduktion mit der Bühne Baden geben, wo „Der Bauer als Millionär“ schon am 28. Juli herausgebracht wird. Vorher haben dort die Operetten „Die drei Musketiere“ (22. 6.) und „Gräfin Mariza“ (13. 7.) im Rahmen des Sommerprogramms Premiere, „Viktoria und ihr Husar“ mit Kerstin Grotrian und Reinwald Kranner (ab 18. 2.) sowie „Sweet Charity“ mit Nina Weiß und Peter Lesiak (ab 14. 1.) werden schon demnächst geboten.
Auch im Sprechtheater wird es wieder heißen: Ganz Niederösterreich ist Bühne.
Die Sommerspiele Altenburg nehmen dies besonders wörtlich, man will mit einem Theater-Wurlitzer nicht nur alles spielen, was das Publikum aus einer Liste an Szenen auswählt, sondern damit auch dorthin kommen, wo das Publikum den Abend sehen will. Auf der Rosenburg wird „Wie es euch gefällt“ ab 6.7. geboten.
Alfons Haider verabschiedet sich von Stockerau mit „A Chorus Line“ (ab 9. 7.). Gars bringt „Rigoletto“ (ab 13. 7.), Klosterneuburg „Don Pasquale“ (ab 8. 7.). Unter niederösterreichischen Fahnen segeln nun auch wieder die Festspiele Reichenau, die ab 29. Juni ihr 25-Jahr-Jubiläum begehen. In Erinnerung an den Beginn des Festivals wird man einen musikalischen Nestroy geben, „Frühere Verhältnisse“ mit und in der Regie von Maria Happel. Zudem wird Julia Stemberger als „Anna Karenina“ mit Miguel Herz-Kestranek als Karenin für Tragik sorgen. Hochkarätige Besetzungen gibt es auch in Schnitzlers „Reigen“ und in der Dramatisierung von Stefan Zweigs „Ungeduld“, in der Marcello de Nardo und Claudius von Stolzmann wiederkehren.

Theresa Steininger


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