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AIR goes Centrope

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AIR goes Centrope

Sofiensäle, Visualisierung innen
© Soravia

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„My Daphne“ (Detail), 2007
© Kate Just, 2011

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„In my skin“ (Detail), 2011
© Kate Just, 2011

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Nina Kurtela, „Transformance“, Videostill, 2010
© Nina Kurtela

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SoART
© Soravia

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SoART
© Soravia

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Längst schon hat der Wunsch nach globaler Vernetzung und Mobilität die Welt der Künste erreicht. Immer mehr Institutionen ermöglichen temporäre Aufenthalte und stellen Netzwerke zur Verfügung.

In Zeiten der Globalisierung sind Artist-in Residence-Programme zu einem zentralen Instrument der Kulturpolitik geworden. Das Besondere solcher Künstlerstätten, deren Anfänge in der Mitte des 19. Jahrhunderts liegen, sind ein interkultureller und interdisziplinärer Austausch sowie die Möglichkeit, sich in reizvoller Umgebung inspirieren zu lassen.

Durch die Historie des Eisernen Vorhangs fand ein Dialog auf kultureller Ebene bis zum Jahr 1989 in der heutigen Centrope-Region nur sporadisch und zumeist aus politischem Kalkül statt.

Pioniere in Österreich und Ungarn

1989 wurde der Wiener Verein KulturKontakt Austria (KKA) gegründet, der als Schaltstelle zwischen Kunstschaffenden, Kulturinstitutionen und Unternehmen schon ein Jahr später an 14 Künstler aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa Aufenthaltsstipendien vergeben konnte. 1992 fiel der offizielle Startschuss zum  Artist-in-Residence-Programm des KKA, dessen Schwerpunkte heute in den Bereichen bildende Kunst, Literatur und Tanz liegen. Die angeschlossene Galerie ArtPoint zeigt viermal pro Jahr Arbeiten der am Programm teilnehmenden Künstler.

990 formierte sich das Hungarian Multicultural Center (HMC) in Budapest. Die von Künstler geleitete Non-Profit-Organisation versteht sich als internationaler Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle, setzte von Anfang an auf Selbstverwaltung und finanziert sich maßgeblich über projektbezogene Förderungen, Sponsoren und private Spenden. Als Gründungsmitglied und Direktorin etablierte die zeitweise in den USA lebende ungarische Künstlerin Beata Szechy 1994 eine Zweigstelle in Dallas/Texas, der zwecks „Förderung eines lebendigen transatlantischen Austauschs“ ein Jahr später Gastateliers in Budapest folgten. Während die Location in Dallas hauptsächlich als administrative Drehscheibe und Ort für Ausstellungen und Filmvorführungen genutzt wird, dient Budapest in erster Linie zur inhaltlichen Programmierung des HMC und als Standort für das Atelierprogramm, das kulturelle, geografische und sprachliche Trennlinien überbrücken möchte.

as im Jahr 2000 von der Abteilung Kultur und Wissenschaft des Landes Niederösterreich eröffnete Atelierprogramm AIR Krems stellt mit 40 bis 50 internationalen Stipendiaten pro Jahr unter den hiesigen Künstlerresidenzen eine der größten Einrichtungen dar. In enger Kooperation mit unterschiedlichen lokalen, regionalen und Wiener Partnerinstitutionen realisiert AIR Krems zahlreiche Ausstellungen, Performances, Lesungen, Konzerte, Workshops und anderes mehr. Vorrangiges Ziel ist ein bilateraler Austausch mit internationalen Organisationen, die ebenfalls Gastateliers vergeben, um im Gegenzug heimischen Künstlern Aufenthalte im Ausland zu ermöglichen.

Privates Engagement

Neben öffentlichen Förderstellen machen auch immer wieder Privatpersonen durch Unterstützung von Kunstschaffenden in diesem Bereich auf sich aufmerksam. So haben Marion und Erwin Soravia mit der SoART GmbH in diesem Jahr eine Institution ins Leben gerufen, die am Kärntner Millstätter See jeweils in den Sommermonaten Atelier-, Wohn- und Ausstellungsräume bereitstellt. Die vom Stararchitekten Hans Hollein entworfenen „Künstlerkuben“ richten sich vor allem an aufstrebende internationale und österreichische Musiker und bildende Künstler. Eine zweite SoART-Initiative wird 2013 in die Wiener Sofiensäle, einem geschichtsträchtigen Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, einziehen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist beabsichtigt, fünf bis sieben Atelierwohnungen in das viele Jahre als Brandruine ungenutzte Gebäude zu integrieren. Der ehemalige Festsaal wird unter anderem als Ausstellungsfläche genutzt werden.

Von Hartwig Knack


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