Die Burg Devín nahe Bratislava ist den Ausflug doppelt wert.
Der Ausblick vom Burgfelsen über die Donau-March-Mündung und die umliegenden Auen ist herrlich, auf einem Rundgang durch die Ruine mit zahlreichen Ausgrabungen wandelt man andererseits auf den Spuren mehrerer Völker.
Direkt an der Grenze zu Österreich gelegen lässt das Nationale Kulturdenkmal seine Bedeutung in früheren Zeiten erahnen, heute schaut man nicht wie einstige Bewohner über die Ebene, um Feinde auszumachen, sondern genießt den Blick, der bis in weite Entfernung Naturgenuss bietet. Bei gutem Wetter ist Schloss Hof zu erspähen.
Kelten, Römer, Magyaren
Die Burg Devín bestand bereits in der älteren Bronzezeit, heute kann man Reste einer Wohnstätte aus der älteren Eisenzeit besichtigen. Auch keltische und römische Ausgrabungen finden sich hier, darunter eine christliche Kapelle aus dem 4. Jahrhundert nach Christus - seit 1965 wird auf dem Areal der Burg archäologisch geforscht, neben den Ausgrabungen sind in einem kleinem Museum Spiele aus dem 12. und 13. Jahrhundert zu bewundern. Im 13. Jahrhundert war Devín Königsburg und Grenzfestung Ungarns, später ein Renaissancepalais. Aus dem Mittelalter stammt die Sage, dass sich eine Kärntner Jungfrau aus unglücklicher Liebe zum Burgritter Nikolaus vom kleinen Burgturm, der „Nonne“, in die Donau gestürzt haben soll. Napoleon hat die Burg 1809 gesprengt. Das letzte Adelsgeschlecht, das die Burg besaß, waren die Palffys, sie verkauften die Burg für symbolische 1.000 Kronen an den Staat.
Devín auch in der Stadtgalerie
Dass die Schönheit der Burg Devín auch Künstler seit jeher inspiriert und fasziniert hat, zeigt derzeit eine Ausstellung in der Stadtgalerie Bratislava (Galeria Mesta Bratislavy), die rund 25 Ansichten der Burg aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert versammelt.
Mit dem Schiff in die Natur
Um die Aulandschaft rund um die Burg Devín bestens zu genießen, empfiehlt es sich, mit dem Schiff anzureisen: Entschleunigen ist angesagt, wenn man mit der Donau Touristik zwei Stunden ausschließlich durchs Grüne fährt, nachdem man das Kraftwerk Freudenau hinter sich gelassen hat. Das Unternehmen bietet von 1. Mai bis 26.Oktober eine Fahrt mit der MS Elisabeth II, die von Wien Nussdorf nach Devín führt, danach können die Besucher mit dem Bus nach Bratislava gelangen, von dort geht es nach rund zweieinhalb Stunden Aufenthalt mit dem Schiff gemütlich zurück nach Wien. Die Fahrzeit wird durch die Aussicht und durch ein 4-Gänge-Menü verkürzt. Radfahrer können auch ihre Räder mit an Bord nehmen, Interessierte bei einer Führung mehr über die Donauschifffahrt erfahren.
Theresa Steininger








