In Bewegung. Zeitgenössisches Ballett und spannende Choreografien werden nicht nur Tanzspezialisten zum ImPulsTanz-Festival vom 12. Juli bis 12. August nach Wien locken.
Ein lang gehegter Traum von Festivalleiter Karl Regensburger geht nun in Erfüllung. „Schon ewig wollte ich unser Programm um den Aspekt des zeitgenössischen Balletts erweitern. Mit Manuel Legris als Leiter des Wiener Staatsballetts haben wir nun einen Mann, der dafür steht.“ Ihn konnte Regensburger dafür gewinnen, eine Gala mit zeitgenössischem Ballett im Burgtheater zu gestalten. Legris tanzt dabei auch selbst: „Er ist einer der tollsten Tänzer unserer Zeit.“ Bereits dreimal war Legris in seiner aktiven Zeit als Solist der Pariser Oper zu Gast beim ImPulsTanz-Festival. Nun wird er gemeinsam mit Aurélie Dupont vom Ballet de l’Opéra national de Paris ein Duett von JiřÍ Kylián tanzen, das der Choreograf zwar ursprünglich für Paris geschaffen, aber nun aus alter Verbundenheit dem ImPulsTanz-Festival zur Uraufführung übergeben hat.
Legris wählt die Tänzer und Kompanien für den Abend selbst aus, und ob er auch Mitglieder seines eigenen Ensembles rekrutieren wird, liege bei ihm, so Regensburger. Er könne sich „eine noch intensivere Zusammenarbeit mit dem Wiener Staatsballett in den nächsten Jahren vorstellen. Bevor große zeitgenössische Kompanien wie das New York City Ballet oder das Ballett der Pariser Oper geholt werden, sind noch einige Hürden zu nehmen, aber das wäre ebenfalls ein Ziel für uns.“
Ein weiterer Höhepunkt des heurigen ImPulsTanz-Festivals ist die Neubearbeitung des Stückes „Drumming“ von Anne Teresa De Keersmaeker. Ursprünglich hatte Regensburger die Aufführung als Eröffnungsvorstellung im Hof des Museumsquartiers geplant, aus Kostengründen übersiedelt man aber ins Burgtheater. Mit 15 Tänzern und zwölf Musikern wird das Stück nun wiederbelebt, ebenso wie Ismael Ivos „Francis Bacon“. „Drumming“ gehört zu jenen Werken, die bei ImPulsTanz uraufgeführt wurden, Regensburger nennt es einen „Höhepunkt unserer Geschichte“. Auf ebendiese ist er stolz, hat man doch „viele Tänzerinnen und Tänzer, die heute interessant und en vogue sind, bereits früh gefördert“. Die Nachwuchsplattform 8:tension gehört zu diesen Förderschmieden: Sie wird heuer in einen Wettbewerb für Nachwuchsperformer eingebettet, den Prix Jardin d’Europe, der jedes Jahr in einem anderen Partnerland in Europa, zuletzt in Istanbul und Brüssel, ausgetragen wird. Dem Gewinner winken 10.000 Euro.
Zu jenen, die heuer bereits im Hauptprogramm auftreten, aber ebenfalls als Nachwuchs bei ImPulsTanz anfingen, gehören Akram Khan und Ivo Dimchev, der sich erst vor zwei Jahren hier seine ersten Sporen verdiente. Unter den großen internationalen Namen sind heuer Mark Tompkins und BenoÎt Lachambre.
Österreichischen Choreografen eine besondere Bühne zu bieten, ist stets Anliegen von ImPulsTanz gewesen. Nun verstärkt man dies noch, indem man der Choreographic Platform Austria eine Heimstätte bietet, und 30 Choreografen, bekannte und bisher unbekannte, werden ihre Werke zeigen. Im Zuge dessen wird es auch einen Österreicher-Pavillon geben: „Hier planen wir einen Parcours, bei dem man sich fünf bis sechs Stunden Verschiedenstes anschauen kann. Hoffentlich schaffen wir auch einen finalen Publikumstanz“, so Regensburger.
Während der Pavillon Nachwuchshoffnungen gewidmet ist, werden Doris Uhlich, Anne Juren, Philipp Gehmacher sowie Chris Haring und liquid loft, die Generation der bereits etablierten heimischen Performer und Choreografen, ebenso ihre Arbeiten zur Diskussion stellen. Das ImPulsTanz-Festival findet vom 12. Juli bis 12. August im Burgtheater, Schauspielhaus, Kasino, Odeon und anderen Häusern statt und bietet nicht nur Tanz zum Zusehen, sondern auch rund 200 Workshops.
Von Theresa Steininger









