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Umzugskünstler Brachetti in Wien

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Umzugskünstler Brachetti in Wien

als Judy Garland, Moses, Chinese...
© Paolo Ranzani

Der Umzugskünstler, Poet, Magier, „König der Metamorphose“,... Arturo Brachetti schlüpft von 20. Dezember bis 1. Jänner im Museumsquartier in 100 Minuten in rund 100 Rollen - ein amüsanter Parforceritt durch 100 Jahre Kinogeschichte inbegriffen.

Er ist Judy Garland, Nosferatu, Moses, Harry Potter, Darth Vader, James Bond, Quasimodo, Charly Chaplin...und unzählige mehr. In seiner „schnellsten Theatershow der Welt“, die ab 20. Dezember erstmals in Wien zu sehen ist, wechselt der Umzugskünstler Arturo Brachetti binnen Sekunden die Rollen und Verkleidungen. Die Show verblüfft die Zuschauer durch Schnelligkeit - und will noch mehr bieten, erklärt der italienische Theaterkünstler im Gespräch mit k2: „100 Charaktere in 100 Minuten – das ist zwar unser Slogan, aber es geht nicht nur um Spektakel und Tricks, sondern auch um Poesie und darum, die Leute zu berühren. Gegen Ende denkt niemand mehr darüber nach, dass ich ständig das Kostüm wechsle.“ Auf drei „Levels des Vergnügens“ baue seine Show, die durch die Mischung aus Rasanz, Nostalgie und Magie einzigartig ist, auf: Sie erzählt die Geschichte von 100 Jahre Filmkunst anhand des Zappens durch die Welt des Kinos, dazu gibt es zahlreiche kulturelle Reverenzen und Schattenspiele – „aber auch wenn man die vielen Anspielungen nicht erkennt, was nicht leicht ist, weil alles so schnell geht, ist die Musik so kraftvoll und ist das Stück an sich so poetisch, dass es berührt“, sagt der Künstler, der vom Französischen „Figaro“ als „König der Metamorphose“ beschrieben wurde und bereits die Theaterpreise Moliere und Olivier Award für seine flotten, aber auch poetischen Darbietungen einheimste. In Österreich wird er einigen noch als Conferencier in Andre Hellers Flic-Flac-Varieté ein Begriff sein.

Seine Scheu habe ihn zum Varieté gebracht, erzählt Brachetti: „Ich war ein ganz schüchterner Mensch – aber mit Maske fühlt man sich stärker. Irgendwann hatte ich 350 Kostüme zu Hause und im Jahr 2000 meinte mein Produzent, wir mögen doch eine Show damit machen.“ Noch heute nennt er sich selbst „einen modernen Peter Pan, der in einer Fantasiewelt ist.“ Ob Singin in the Rain, Casablanca oder Vom Winde verweht, ob Piraten der Karibik oder eine Hommage an Fellini – in all seinen Szenen geht es Brachetti um mehr als das Umziehen hinter Zeitungen und Türen, wiewohl dieses eindrucksvoll ist: „Man wechselt nicht nur die Kleider, sondern auch die Seele, das ist viel schwieriger“. Welche seiner unzähligen Rollen ihm am liebsten ist? „Esther Williams im Swimming Pool, das ist wie Fliegen.“

Theresa Steininger

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