„Odysseus“ in der Choerographie von Ondrej Šoth.
© Anton Faraonov
Wenn das kein Stoff für ein Ballett ist! Der tschechische Rockmusiker Michael Kocáb hat den Stoff vertont, Ondrej Šoth macht daraus eine multimediale Tanzprouktion. Zu sehen im Slowakischen Nationaltheater.
Der exzentrische Kocáb ist eines der Symbole der Samtenen Revolution und ein enger Freund Václav Havels. Am Anfang seiner Karriere tourte er in den 70er Jahren mit seiner illegalen Rockband Pražský Výběr (Prager Auswahl) durch die Tschechoslowakei und war eher für seine kompromisslose Musik und sein Talent als Klavierspieler bekannt. In den letzten Jahren des kommunistischen Regimes lief er mehrere Male Gefahr ins Gefängnis gesteckt zu werden, vor allem als er die „alten Schwachköpfe der Partei“ kritisierte. 1989 beklagte er sich über die fehlende Zivilcourage in der Welt – und das mit einem legendären Satz: „Letztendlich hat jedes Land die Regierung, die es auch verdient …“
Klassich und modern
Ein Jahr lang war er Minister für Menschrechte und Minderheiten, jetzt kehrt er als Musiker zurück. Seinen „Odysseus“ choreographiert Ondrej Šoth. Der wurde 1960 in Bardejov geboren und studierte klassischen Tanz am Konservatorium in Košice sowie Choreografie und Tanzregie an der Kunsthochschule in Bratislava (VŠMU). Daneben absolvierte er Pantomimenkurse bei L. Fialka und M. Marceau und er unternahm einige Auslandsaufenthalte. Er lehrte an der Kunsthochschule in Bratislava, an der Kunstakademie in Prag sowie dem Konservatorium und leitete Kurse für Bewegungstheater in Belgien und Frankreich. Als Choreograf wirkte er u. a. am Prager Kammerballett P. Šmok, in den Jahren 1985-89 in der Laterna Magica in Prag, danach drei Jahre am Slowakischen Nationaltheater und weitere drei Jahre bei Art Concerts in München. In den Jahren 1994-1998 war er Leiter des Balletts am Stadttheater in Ústí nad Labem. Seit dem Jahr 2000 leitet er das Ballett am Staatstheater in Košice. Bisher schuf er über 30 Choreografien: klassische Ballettproduktionen (Romeo und Julia) aber auch moderne Tanzprojekte (Eine besondere Freude zu leben). In der klassischen Ballettaufführung „Der kleine Prinz“ in Košice setzte er als Erster das Prinzip der Laterna magica als künstlerisches Mittel ein.
Werner Schuster









