Mit Thomas Bernhards „Heldenplatz“ eröffnet das Theater in der Josefstadt am 9. September seine Saison.
„Ich erwarte mir keinen Skandal - überhaupt nicht“, sagt Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger zu k2. Am 9. September bringt er Thomas Bernhards Stück „Heldenplatz“ heraus, das bei beziehungsweise vor allem vor seiner Uraufführung 1988 für leidenschaftliche Auseinandersetzungen und Polemik gesorgt hat. Sätze aus der Feder Bernhards wie „Österreich selbst ist nichts als eine Bühne, auf der alles verlodert, vermodert und verkommen ist, eine in sich selbst verhasste Statisterie von sechseinhalb Millionen Alleingelassenen, sechseinhalb Millionen Debile und Tobsüchtige“ regten damals auf wie wohl kaum ein Theaterstück zuvor oder danach.
"...muss doch gespielt werden"
Föttinger erzählt im Interview mit k2, dass er gefragt wurde, wie er den Skandal von damals toppen wolle: „Diese Frage ist doch blöd. Ein Stück wie `Heldenplatz` MUSS doch wieder gespielt werden“. Witzig finde er, dass das Theater in der Josefstadt im Stück attackiert werde. „Wahrscheinlich geschah es damals zurecht, dass man es ein Operettentheater nannte.“
Wenn Föttinger dieses Drama nun in der Regie von Philip Tiedemann und mit Michael Degen als Professor Schuster herausbringt, erwarte er sich „keinen Rummel, sondern eine aufregende Inszenierung“, sagt er im Interview. Und führt im Pressegespräch aus: „Es ist unglaublich, wie Peymann und Bernhard damals attackiert wurden, das spricht nicht für Wien. Wir machen Theater, um dem entgegen zu treten.“ Die Verdrängungstrilogie des Theaters in der Josefstadt sei bisher mit „Jugend ohne Gott“ mit 92 Prozent Auslastung und „Moser“ mit 81 Prozent „gut aufgenommen worden – das war wichtig für unser Theater ... nur, dass `Moser` im Vorfeld schon beschädigt wurde. Einen derartigen Rummel will ich nicht nochmals“.
Als Professor Schuster ist Michael Degen besetzt, „ein unglaublich faszinierender Mensch und eine außergewöhnliche Persönlichkeit“; wie Föttinger sagt. An seiner Seite sieht man Marianne Nentwich als Frau Zittel, Silvia Meisterle als Herta, das Hausmädchen, Sona MacDonald als Anna, Elfriede Schüsseleder als Olga, Gertraud Jesserer als Frau Professor.
Theresa Steininger









