Wien | Bühne

Südstaatenschwüle

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Südstaatenschwüle

Katharina Straßer zwischen Rainer Frieb und Marcello de Nardo
© Klaus Lefebvre

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Südstaatenschwüle


© Klaus Lefebvre

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Das Volkstheater bringt Tennessee Williams` „Baby Doll“ als deutschsprachige Erstaufführung am 10. September heraus.

Eifersucht, Macht und Gewalt inmitten der Südstaatenschwüle: Das Stück „Baby Doll“ von Tennessee Williams, bekannt vor allem durch die Verfilmung des Stoffes von Elia Kazan von 1956, kommt am 10. September erstmals auf eine Bühne im deutschsprachigen Raum, es dreht sich um den erfolglosen Baumwollfarmer Archie Lee, seine viel jüngere Frau Baby Doll, die ihm den Vollzug der Ehe verweigert, und den Rivalen im Arbeits- wie im Liebesleben, den Einwanderer Silva. Inmitten der aufgeheizten Atmosphäre entspinnt sich ein gefährliches Spiel, als Archie Lee aus Verzweiflung und Eifersucht einen Brand legt und sich Silva an die junge Frau heranmacht. Dass dieser ein Zuwanderer ist, bringt einen zusätzlichen Konfliktpunkt ein. Ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, nicht umsonst sollte das Werk anfangs "Hide and Seek" heißen. Der Film führte seinerzeit zu einem Skandal und wurde von Katholiken-Vereinigungen wegen mangelnden Anstands bekämpft. 1999 wurde der Stoff erstmals für die Bühne adaptiert.

Hochexplosiv

„Es ist ein hochexplosiver Stoff, der noch nie auf einer Bühne im deutschsprachigen Raum war, wir haben ihn für uns entdeckt“, beschreibt Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg. Mit den Themen Abhängigkeit versus Autonomie und der Darstellung der sozialpolitischen Wirklichkeit weise das Stück bereits auf zahlreiche andere Premieren der Saison hin, die etwa mit „Die Ratten“ und „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ aufwarten wird. „Das Stück erscheint uns so spektakulär und radikal, und es beinhaltet schon alle Themen des Jahres“, sagt Schottenberg zu k2.

Die Inszenierung der deutschsprachigen Erstaufführung legt er in die Hände von Niels-Peter Rudolph, die unreife, in die Sexualität hineinwachsende weibliche Hauptfigur wird von Katharina Straßer verkörpert, Rainer Frieb spielt den verzweifelten Archie, Marcello de Nardo den verführerisch-berechnenden Silva. „Inmitten von Rassimus, Konkurrenz und Vendetta wird es subtil-erotisch und dampfend“, verspricht Schottenberg.

Theresa Steininger


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