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Musiktheater wunderbar

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Musiktheater wunderbar

Mörbisch-Intendant Harald Serafin mit seinen "Zarewitsch"-Hauptdarstellern und dem Bühnenbildentwurf.
© Lichtstark.com/Markus Wache

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Der Bühnenbildentwurf Manfred Wabas für "Die Zauberflöte"
© Bühnenbild M. Waba, Artwork B. Kratzig/OFS

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Freiluft. In Mörbisch wird Lehárs „Zarewitsch“ inszenatorisch größer gemacht, St. Margarethen bringt die „Zauberflöte“ als Fantasy-Spektakel.

"S ie ist gar nicht so ohne für Mörbisch“ sagt Regisseur Peter Lund seufzend über die Lehár-Operette „Der Zarewitsch“. „Es ist doch ein relativ kleines Stück und so habe ich in meiner Bearbeitung alles, was im Original nur angedeutet ist, groß gemacht.“ Auf der Seebühne werden die Tore des Kremls zu sehen sein, ein großes Feldlager, ein Bernsteinzimmer. „Wir wollen die russische Pracht zeigen“, sagt Lund. Zu seiner Inszenierung hat er selbst eine neue Fassung des Librettos geschrieben, denn: „Das Buch ist nicht sehr qualitätsvoll, ich habe versucht, es auf dieselbe Qualitätsebene zu bringen wie die Musik, die unbezahlbar ist.“ Lehárs Melodien werden von Staatsopern-Mitglied Alexandra Reinprecht und dem rumänischen Tenor Tiberius Simu gesungen, er gibt den vorerst wenig an Frauen interessierten Thronfolger, sie die Balletttänzerin Sonja, in die sich der Zarewitsch dann doch verliebt – tragischerweise unstandesgemäß, was zu einer Flucht nach Italien führt und somit südliches Flair in die russische Atmosphäre von Lehárs Spätwerk einbringt. Doch zum Wohl des Vaterlandes verzichten die beiden schließlich auf ihre Liebe. „Wenn man diese Geschichte ernst nimmt – und das tue ich –, dann ist sie nicht kitschig, sondern tragisch und traurig“, sagt Lund. Intendant Harald Serafin spielt heuer den Großfürsten, für die unterhaltsame Rolle des Bordolo hat er Ciro De Luca engagiert. Nachfolger von Rudolf Bibl als musikalischer Leiter ist Wolfdieter Maurer.

Zauberflöte mit 22-Meter-Löwenkopf

Im Gegensatz zu all dem Prunk in Mörbisch wird der Römersteinbruch St. Margarethen heuer für Mozarts „Zauberflöte“ zur Fantasywelt. Manfred Waba, seit vielen Jahren für die pompösen Bühnenbilder der Opernfestspiele zuständig, führt heuer auch erstmals Regie in der großen Arena. „Ich will eine Inszenierung, von der man sagen könnte, sie sei ein Fantasyepos aus Hollywood à la ,Herr der Ringe‘ oder ,Chroniken von Narnia‘“, sagt Waba. Er plant einen 22 Meter hohen Löwenkopf, einen Felspalast ähnlich Petra (Jordanien) für Sarastro und ein Himmelsschloss der drei Knaben, die mit einem Flugboot auf die Bühne herabfliegen. Die Königin der Nacht wird mit einer in 24 Meter Höhe schwebenden Mechanik auftreten, die gesamte Löwenmähne wird dann mit Lichtern erstrahlen. Ihre Auftritte sind auch vom Brodeln eines Vulkans und von Flammen auf sieben Türmen begleitet. Besonders spektakulär soll die Feuer- und Wasserprobe werden, die Pamina und Tamino bestehen. „Diese Szene wirkt oft viel zu ungefährlich, bei mir gibt es echtes Wasser und echtes Feuer, das aus einem Bassin unter der sechs Meter hohen Sonnenscheibe hervorschießt.“

Sein Anliegen sei es, so Waba, die Grundidee Mozarts und Schikaneders zu verfolgen: „Auch die beiden haben – mit ihren Mitteln – spektakulär gearbeitet. Ich möchte eine Inszenierung im modernen Gewand, aber doch so, dass Mozart und Schikaneder, wenn sie im Publikum säßen, sagen würden: So hätten wir es auch gemacht, wenn wir die heutigen Möglichkeiten gehabt hätten.“ In der Besetzung der weiblichen Hauptrollen verlässt man sich auf positive Erfahrungen aus den Vorjahren. Kristiane Kaiser, die in St. Margarethen 2008 als Violetta in „La Traviata“ begeisterte, singt Pamina, Ekaterina Bakanova, die 2009 als Rigolettos Gilda hervorstach, die Königin der Nacht. Dietmar Kerschbaum singt Tamino. Dirigent ist abermals Koen Schoots.

Von Theresa Steininger


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