Das Odeon Theater wehrt sich dagegen, als „Durchhaus“ gesehen zu werden, und startet zwei kuratierte Programmschienen zu Tanz und Musik.
„Wir sind immer sehr gastfreundlich gewesen – aber das hat uns auch Probleme gebracht“, sagt der Leiter des Odeon Theaters Erwin Piplits über vergangene Gastspiele am Haus. „Den Leuten gefielen Aufführungen nicht und sie dachten, es seien unsere Produktionen – daher drängen wir schon lange darauf mit Kunstschaffenden eine Bindung einzugehen.“ Nun hat Piplits diese Bindungen bekommen: von der Stadt Wien geförderte Partnerschaften bringen zwei neue Programmschienen, OdeonTanz und OdeonMusik.
Tanz und Text
Rose Beuss verantwortet OdeonTanz, das als Kurzfestival von 29. Jänner bis 6. Februar unter dem Titel „hoch hinaus“ stattfindet. Dabei sollen sowohl selten gebotenes Repertoire als auch neue Stücke zu sehen sein. „Das Odeon ist mir als Raum vertraut, in dem man herausragende Produktionen sehen konnte, als Haus, das etwas für den zeitgenössischen Tanz tut“, sagt Beuss. Sie möchte neue Blickrichtungen für den Tanz bringen, in der ersten Ausgabe von OdeonTanz soll die Verbindung zwischen Text und Tanz im Zentrum stehen, sollen Dynamiken und Transformationen zwischen Literatur und Tanz betont werden.
„6 degrees of separation“ dreht sich um einen Text über das Kleine-Welt-Phänomen und um das, was Menschen im virtuellen Zeitalter trennt und verbindet. „Ordinary Events“ von Rui Horta fragt nach, wie Choreografien in Körpern gespeichert ist, dazu gibt es ein Trommelfeuer von den Tambours de Bronx. Bernd R. Bienert beschäftigt sich mit Tanz und Gebärdensprache, Lina Maria Venegas arbeitet in dem Stück „Auswärtsspiel“ mit jugendlichen Asylwerbern zu Fremdsein und Heimat.
Inszenierung von Musik
OdeonMusik startet am 20. Februar mit einem Konzert des ensemble on_line. Ab 25. Februar wird „Nur ein Gesicht“ gezeigt, ein szenisches Konzert, in dem zu einer Bearbeitung von Brahms "Deutschen Liedern" alte Leute aus dem Publikum treten und von Glück und Unglück der Liebe erzählen. „Wien ist mit klassischen Konzerten gut abgedeckt, wir wollen hier eher Musik in szenischer Form bringen und die Inszenierung von Musik thematisieren“, sagt Kurator Hannes Löschel. Der nächste Block ist im Oktober geplant, dann werden Stummfilme und Musik verbunden.
Das Odeon möchte durch die neuen Programmschienen dem eigentlichen Wortsinn des Namens entsprechend „wie im antiken Griechenland ein Ort für Tanz und Musik sein“, sagt Piplits. OdeonMusik und OdeonTanz arbeiten autark und mit eigenem Budget und sind vorerst auf zwei Jahre angelegt.
Theresa Steininger









