The Hives
schuster, 17.06.2011 09:55
Ist das ein Wiener Phänomen, dass man die Songs kennen muss, damit man weiß, was die Bands spielen? Auch beim Arena-Konzert der Hives am 16. Juni war der Sound undifferenziert, dafür laut.
Das war schon bei der Vorband, Misfits, so. Aber die kannte ich nicht und dachte, dass sie halt dröhnenden Punkrock machen. Mittlerweile konnte ich mich davon überzeugen, dass die nicht nur röhrenden Brei produzieren.
Bei „The Hives“ war‘s ein bisschen besser, aber wenn die letztes Jahr bei Nova Rock genauso abgemischt worden wären wie gestern, wäre ich wohl nicht Fan geworden und hätte das Wien-Konzert nicht besucht.
Unklar und undeutlich
Bei Nova Rock war nämlich klar und deutlich zu hören gewesen, was Nicholaus Arson, Vigilante Carlstroem und Dr Matt Destruction auf ihren Gitarren resp. am Bass tun, in der Arena klang sogar Chris Dangerous‘ Schlagzeug plump.
Selbst Howlin‘ Pelle Almqvist hörte sich an wie aus einem schlecht eingestellten Radio, wenn das auch nach einem Mikrophontausch ein wenig besser wurde.
Dem Publikum war‘s scheint‘s gleichgültig, die röhrten zu allem, was Pelle sagte. Ich unterstelle: egal, was. Wenn er nicht nur gesungen, sondern auch gesagt hätte, dass wir Idioten sind, hätten sie auch zustimmend gebrüllt.
Keine Verweigerung
Ein Beispiel? – Pelle ermahnt uns, nicht alles zu tun, was man uns sagt. Die Menge: RÖHR!!!
Pelle: Und jetzt klatscht und springt. Und die Menge klatscht und springt.
Pelle grinst hämisch.
Aber die Show war gut, auch wenn „The Hives“ für ihren Wiener Auftritt eher nicht zur „best live band in the world“ gekürt worden wären (wie 2006 vom „Spin Magazin“ – die Mischung aus Alternative-Rock und maßgeschneiderten Anzügen, die bald verschwitzt und devastiert sind, hat halt schon was).
Sagen wir so: man hat ihnen aus der Hand gefressen. Sie hätten sich gar nicht so anstrengen müssen. Und vielleicht wären sie gern ein bisschen mehr verstanden und um einiges besser gehört worden.
Werner Schuster



