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Nova Rock #5

schuster, 20.06.2011 08:27

Um 2 Uhr in den Schlafsack gekrochen. Um 7 Uhr zupft etwas an unserem Zelt. Die Nachbarn brechen ab und auf – und befestigen unsere Zeltschnur, die an ihrem Pavillon befestigt war, mit einem ihrer Haringe. (Das sagt meiner Meinung nach viel über den Geist von Nova Rock aus.)

Ich kann nicht mehr einschlafen und hol mir Kaffee. Flora kommt mir entgegen – wo ich denn gewesen bin.

Wir stehen auf einer Müllhalde. Anscheinend hat es sich nicht bewährt, auf Rockfestivals Mülleimer aufzustellen. Und ich versteh nicht, warum die Leute inmitten von platten Bierdosen, kauptten Sesseln und diversen Verpackungen hausen wollen.

Schon wieder warten?

Wir packen zusammen, ich befülle unsere zwei Müllsäcke (für die wir beim Ausgang je fünf Euro bekommen werden) und dann marschieren wir mit Tausenden anderen ein letztes Mal durch das sandige Gelände.

Neben vielen, vielen Autos mit laufendem Motor,  die aus dem Parkplatz nicht rauskommen, schleppen wir uns und unsere Sachen zum Bus, der uns zum Bahnhof bringen soll.

Aber dort stehen so viele Leute, dass ich befürchte, wir würden drei Stunden bis zu Abfahrt warten.

Wird nicht verraten

Ein Stückchen weiter weg ist ein Taxi-Standplatz, wo man mir abrät, auf eines zu warten. Also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Wie wir es schaffen, um 10 Uhr schon im Zug zu sitzen, mag ich nicht verraten (Wettbewerbsvorteil ;)

Im Gegensatz zur Anreise sind die Leute nicht euphorisch, sondern saumüde. Fast alle schlafen die eine Stunde bis zum Westbahnhof.

Auf dem Weg zur U-Bahn kommen wir uns vor, als kämen wir von einer weiten Reise. Für manche sehen wir aus, als kämen wir von einem anderen Planeten. Und sie sind uns nicht freundlich gesinnt.

Sand im Abfluss

Wohnstraße – Wohnhaus – Wohnungstür. Ein zweites Frühstück. In der Dusche treibt jede Menge Sand in den Abfluss. Ein vierstündiges Nachmittagsschläfchen. Nachher ziemlich daneben. Aber zufrieden. Und irgendwie doch erholt.

Und dann gehen wir sehr früh zu Bett. Um sechs Uhr früh werden uns nicht unsere Tausenden Nachbarn wecken. Um 12 Uhr werden wir nicht beim Betreten der Kernzone von Securitys abgetastet werden. Das Bier wird nicht mehr 4,50 kosten. Und den Gespritzten werden wir nicht mehr aus 0,4- oder gar 1-Liter-Bechern trinken.

Und niemand wird uns (wie die Bands) mit „Nova Rock“ anreden. Wir heißen Flora und Werner und wir waren dabei.

Werner Schuster



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Juni 2011 (1): JazzFest Wien

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