Mafia Wars
schuster, 2010-09-01 09:45
Kürzlich lief „Verdammt in alle Ewigkeit“ auf ARTE. Den hatte ich noch nicht gesehen und wiewohl ich kein Kriegsfilm-Fan bin, wollte ich doch in ein Werk reinschnuppern, das 1954 mit acht Oscars ausgezeichnet worden ist.
Ich bin hängengeblieben, weil die Zeit diesem großen Kino von Fred Zinnemann nichts (oder sehr wenig) anhaben konnte. Und selbst wenn es mich nicht interessiert hätte, warum sich Robert Lee Prewitt (Montgomery Clift) für seine Überzeugung schinden lässt, wie die Affäre zwischen Sgt. Milton Warden (Burt Lancaster) und der Frau seiner Vorgesetzten, Karen Holmes (Deborah Kerr:), ausgeht und was der Film nun mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor zu tun hat, so hätte mich die Art und Weise, wie Zinnemann das in Szene gesetzt hat, erfreut.
Ja, erfreut. Denn das ist herrlich künstlich und gekonnt, auch wenn sich heutzutage vielleicht nicht mehr vermittelt, warum Prewitt seinen sinnlosen Tod stirbt. (Natürlich versteh ich, dass die heldenhaften Männer damals tun mussten, was sie tun mussten, ich kann‘s nur nicht mehr so nachvollziehen wie etwa den Opfertod der „Wild Bunch“ aus dem Jahre 1969.)
Und ganz nebenbei hat sich für mich die These in Daniel Depps Krimi „Stadt der Verlierer“ bestätigt, der zufolge Mafia-Organisationen Geld in Filme investieren. Anders lässt es sich nicht erklären, wieso Frank Sinatra in „Verdammt in alle Ewigkeit“ überhaupt mitspielen durfte. Das kann er nur seinen Verbindungen zur Cosa Nostra zu verdanken gehabt haben. Dass Sinatras laienhafte Darbietung hier nicht weiter ins Gewicht fällt, ist ausschließlich der großen Kunst Zinnemanns geschuldet.
Werner Schuster



