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Lob des Hörbuchs

schuster, 06.10.2009 15:39

Zugegeben: Ich wollte mein Vorurteil, zumindest was Hörbücher angeht, überprüfen und habe zwei bestellt. Aber irgendwie hat das nicht funktioniert und das hat mich auch nicht wirklich gestört.

Weil lesen kann ich selbst! In meinem Tempo, mit meinen inneren Stimmen. (Aha: Herr Schuster hört Stimmen!)

Rugby und Rosa

Doch manchmal ereignen sich „rätselhafte Unglücke“: Flora hat sich eine Gehirnerschütterung zugezogen (beim Rugby im Pausenhof), mit Gedächtnislücke und Spitalsaufenthalt und einem Monat kein Turnen und einer Woche keine Schule.

Sie soll nicht: Fernsehen, Computer bedienen und lesen. Und was soll sie, bitte schön, machen? Den ganzen Tag mit geschlossenen Augen Pink hören, während ich im Nebenzimmer arbeite und deren Lieder schon besser kenne als die von Grace Jones zum Beispiel?!?

Papa geht also rasch in sein Lieblingslokal, d.i. eine Buchhandlung, muss dort sowieso hin, weil er seiner Schwester etwas schenken will (und – zur Freude aller, hoffentlich – am liebsten Bücher schenkt), schaut sich also um nach Jugend-Hörbüchern, Flora hat ihm „Harry Potter und der Halbblutprinz“ nahegelegt, weil „die (Potterbücher; Anm.) sind zu dick zum Lesen“.

22 CDs!

22 CDs! Ca. 1.346 Minuten! Und: Sind die 30 Euro gut angelegt?

Sie sind: Am ersten (Nachmit-)Tag hat Flora schon beinahe drei CDs abgehört und meint, „das ist wie lesen“. Wenn ich vorbeigehe, höre ich – Stimmen, welche ständig die Namen Voldemort und Dumbledore sprechen; am liebsten würde ich mich ja dazusetzen, aber, um ein falsches Vorurteil endlich aus der Welt zu schaffen: Freiberufler arbeiten wirklich! Und weil sie ihr Geld nicht für ihre Anwesenheit bekommen, sondern für ihre Leistungen, müssen sie diese Leistungen auch unmittelbarer erbringen als die Angestellten mit ihren Pflegetagen, die sie sich nicht nehmen können, weil gerade so viel zu tun ist. Und dein Mann ist ja eh selbstständig, Eva.

Todesser

Wo war ich stehengeblieben? Im Wohnzimmer, das sich in ein Hogwarts verwandelt hat. „Der sechste Teil der Buchreihe beschreibt das Wiedererstarken Lord Voldemorts und seiner Todesser (?; Anm.), die nun allgegenwärtig sind. Es kommt zu immer mehr Zwischenfällen, die auch auf die Welt der Muggel (?; Anm.) überzugreifen beginnen. Menschen verschwinden spurlos oder werden auf mysteriöse Weise getötet, rätselhafte Unglücke ereignen sich.“

Wem sagt Wikipedia das? Allerdings sind viele Unglücke dann doch nicht so groß, wie sie anfangs scheinen. Flora geht‘s schon besser, sie hat eine ihrem Zustand adäquate Beschäftigung. Anders gesagt: Sie liebt Hörbücher.

Und ich kann arbeiten.

Von Werner Schuster

siehe auch www.eselsohren.at – buchkritik online



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September 2010 (1): Interview mit Sängerin Violetta Parisini und mit BA Kunstforum Wien-Direktorin Ingried Brugger

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