Ich fahre mit bis Südafrika
schuster, 2010-06-08 07:48
Die Fußball-WM interessiert mich nicht, aber diese Doku-Serie über Afrika schon. Der Schweizer Reisejournalist (und TV-Moderator) Kurt Schaad nimmt uns noch bis Freitag, 11. Juni, täglich um 20.15 Uhr mit auf seine Reise von Kairo nach Kapstadt.
Im ersten Teil brachte er uns Ägypten und den Sudan näher, und das meine ich wörtlich. Was weiß unsereine/r schon von diesen Ländern? Ägypten, das ist der Nil, das sind die Pyramiden, das ist Cäsar und Kleopatra. Sudan? Kriege und Flüchtlingslager.
Nun kann Schaad in 5x45 Minuten natürlich keine Wunder wirken und uns alles von Afrika zeigen und erzählen. Aber er kann eine kluge Auswahl treffen und uns einen Eindruck vermitteln.
In der ersten Folge fuhr er mit Zug, Felukke, Fähre und Auto von der ägyptischen bis in die sudanesische Hauptstadt, von Kairo bis nach Khartoum. Ein Nachtmarkt in Kairo, ein für die Schweiz schicksalhafter Tempel in Luxor und das Leben am und auf dem Nil waren Schwerpunkte der Reise durch Ägypten.
Die Fahrt durch den Norden des Sudan war eine Reise durch eine Gegend, die von den Schlagzeilen und vom Tourismus noch weitgehend unberührt ist. Weitab von den Krisengebieten Darfur und Südsudan ergaben sich überraschende Begegnungen mit Nubiern, Pyramiden, Königsgräbern und Schiffsfriedhöfen (der Autoverkehr hat die Raddampfer verdrängt).
Schaad zeigt nicht nur Sehenswürdigkeiten, Land und Leute, er holt sich auch immer einen bestimmten Menschen für ein Gespräch. Und dann fragt er zum Beispiel seine ägyptischen Reiseleiter, ob sich als Afrikaner, Muslim oder Ägypter sehe, und der antwortet zuallererst als Ägypter und eigentlich gar nicht als Afrikaner.
Oder Schaad geht mit einer sudanesischen Studentin in einem Einkaufscenter bummeln und anschließend zu ihr nach Hause, wo die Frauen und die Männer separate Bereiche haben, und die Studentin meint, sie habe viele moderne Ansichten, aber ihr Kopftuch trage sie gerne, weil das zu ihrer Kultur gehöre. Aber heiraten wird sie jetzt vorerst mal nicht; zuerst will sie fertig studieren und sich eine eigene Existenz aufbauen.
Und so war man doch ein bisschen dabei, in der Felukke am Nil und am heiligen Berg Bakal mit den kleinen Pyramiden.
Ich hatte nach der ersten Folge große Lust, mich noch ein bisschen über Ägypten und den Sudan zu informieren. (Der Sudan ist z.B. ca. 30 Mal so groß wie Österreich und eines der ärmstens Entwicklunsgländer in Afrika; im Norden leben vor allem Araber und im Süden Schwarzafrikaner; die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung beschuldigt(e) den Norden, Afrikaner zugunsten der Araber zu unterdrücken; das führte zu einem Bürgerkrieg von 1983 bis 2005.)
Und dann habe ich ein bisschen vorgelesen: Denn am 8. 6. reise ich mit Kurt Schaad mit uns nach Äthiopien und Kenia dran, am 9. 6. nach Kenia, Ruanda und Kongo, am 10. 6. nach Ostkongo, Tansania und Malawi und am 11. 6. nach Mosambik und Südafrika.
Oder ich nehme das auf. Oder ich schau es mir online an. Die erste Folge ist bei SF hier abrufbar.
Von Werner Schuster



