Spektakuläre Zauberflöte
steininger, 2010-08-10 08:38
St. Margarethen steht für Opernspektakel, doch selten hat das so gut zu einem Stück gepasst wie heuer zur „Zauberflöte“.
Auch Wolfgang Amadeus Mozart liebte Technikschnickschnack und das Spiel mit Illusionen. Sein wohl bekanntestes Opernwerk heuer in einem spektakulären Bühnenbild im Römersteinbruch geboten zu bekommen, ist konsequent und logisch.
Natürlich hat sich Bühnenbildner Manfred Waba, der heuer auch Regisseur ist, austoben dürfen. In bester Science-Fiction-Manier gibt es leuchtende Riesenlöwenköpfe, die sich öffnen und einen prunkvollen Palast freigeben; Vulkane speien, Drachen ebenso, Laserstrahlen erhellen den Steinbruch, die Königin der Nacht singt (?) in 24 Metern Höhe, die drei Knaben schweben in einem Schiff vom Wolkenschloss herab, Papageno lässt echte Tauben fliegen, Massen von Priestern tragen leuchtende Pyramiden. Hier wurde viel geleistet, um große Illusion zu erzeugen.
Doch in St. Margarethen beschränkt man sich nicht allein auf das Spektakel, für einige Rollen konnten gute Sänger und Darsteller engagiert werden – wie Paul Armin Edelmann, der einen charmanten, Wienerischen Papageno gibt. Tamino Alexey Kudrya (die Besetzungen alternieren) hat einen angenehmen Tenor, Martina Masarykovas Königin der Nacht ist gut, wenn sie bei den Spitzentönen auch manchmal Mozarts Vorgabe variiert, Thomas Sigwald kann als Monostatos, Walter Fink als Sarastro gefallen, Anne Ellersieks Pamina könnte geschmeidiger klingen, darstellerisch kann sie mehr punkten.
Für Opernpuristen ist die Übertragung über Lautsprecher natürlich ein Wehrmutstropfen, vor allem am Anfang tut man sich schwer, die Figuren auf der riesigen Bühne zu orten. Später agieren die Protagonisten hauptsächlich in der Bühnenmitte, wodurch man weniger irritiert ist.
So wurde eine gute Balance gefunden: Bei allem, was es zu schauen gibt, wirkt diese „Zauberflöte“ doch nicht wirklich überladen und führt auch Menschen, denen die Oper ansonsten eher fremd ist, gekonnt an das Werk heran.
Theresa Steininger
C: OFS
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