k2 weblog

Das hat Tempo!

steininger, 2010-03-03 19:11

"Rock the Ballet" konnte sowohl Tanzfreunde als auch Ballettexperten begeistern - hauptsächlich jedoch erst im zweiten Teil.

Ja, das hatte Kraft, Dynamik, Schmiss. "Rock the Ballet" zeigt, dass Elemente aus dem klassischen Tanz auch zur Musik von Michael Jackson, Queen und U2 passen. Nicht, dass man das nicht schon gesehen hätte. Filme wie "Center Stage" und "Save the last Dance", aber auch die "Tanzhommage an Queen" des Balletts der Wiener Staatsoper und Volksoper haben auch schon Spagatsprung und Schmiss, Ronde-de-Jambe und Rock-Musik zusammen gebracht.  Und nun "Rock the Ballet", das bei seiner Wien-Premiere das Publikum zu begeistern wusste.

Gut, manch einer war vielleicht besonders von den inszenatorischen Ideen hingerissen, sei es jene, aufblasbare Puppen zum Pas-de-Deux zu benutzen, oder jene, die Texte der abgespielten Songs auf eine Riesen-Leinwand zu projizieren, oder jene, den zweiten Teil mit einem Schattenballett beginnen zu lassen und zu "Smooth Criminal" und "Thriller" die üblichen Assoziationen auf die Bühne zu bringen. Gegen all das gibt es nichts zu sagen, doch der Abend hatte noch andere Qualitäten.

Es waren vor allem Rasta Thomas und seine Frau Adrienne, die exakt ausgeführte, hochgefeilte Technik auf die Bühne brachten und wie selbstverständlich zwischen legeren Bewegungen und Klassik-Vokabular wechselten. Wie bei Adrienne Canterna-Thomas auf scheinbar locker-lässige Moves wieder ein technisch hochanspruchsvoller Sprung folgen konnte, wie Rasta Thomas Manegen und anspruchsvolle Dreh-Sprung-Kombinationen sowie sechs- oder siebenfach-Drehungen vollführte und seine Frau mit schwierigen Hebefiguren durch Balladen leitete, konnte auch den Ballettfreund im Publikum begeistern.

Auch wenn es das Ensemble (bis auf einen Tänzer) in Gruppennummern des ersten Teils an Exaktheit mangeln ließ und erst in den jeweiligen Solos des zweiten Teils zu guten Leistungen auflief, wurden somit sowohl Tanzfreunde als auch Experten bedient - und alle bekamen eine vor allem nach der Pause mitreißende, dynamische Show zu sehen, die auch solche, die Ballett als verstaubte Gattung bezeichnen, von ihren Stühlen katapultieren könnte - so sie noch bis 7. März den Weg ins Museumsquartier finden.

Theresa Steininger

 

rock1

Rasta Thomas und Adrienne Canterna-Thomas mit ihrem Ensemble. © Herbert Schulze/LSK

rock2

Faszinierende Körperbeherrschung des Chefs Rasta Thomas. © Herbert Schulze/LSK



k2 Podcast

Juni 2011 (1): JazzFest Wien

Partner

  • Kultur Niederösterreich
  • Raiffeisen
  • Wien Kultur