k2 weblog

Woyzeck

mangiapia, 2010-07-05 08:14

Die Handlung des „Woyzeck“ ist bekanntermaßen skurril.
Gespielt im emotionalen Empfinden Woyzecks - schnell, hektisch, verwirrend – wird eine immerzu überfordernde und damit bedrohliche Umwelt im Leben des verwirrten Soldaten evoziert: Umfeld und Stimmungen schwanken wie das Wetter; Unheil kündigt sich durch Träume und Visionen an.

 

Im Pygmaliontheater, in dem ein einziger großer Kabelsalat die Spielfläche bedeckt, spiegelt das Bühnenbild die Verwirrtheit von Geist, Moral und offensichtlich auch Sprache wider.
Letzteres ist wohl kaum im Sinne Büchners, denn der Dialekt wird völlig unpassend intoniert. Dies ist aber leider nicht das einzige Problem dieser Inszenierung...

Zugegeben, das Ganze ist schwierig zu spielen und ich wüsste kaum, wie man es richtig macht – aber so jedenfalls nicht.:
Marie wird zur läufigen Katze, der Hauptmann zum debilen Hysteriker und ansonsten wird, wann immer man sonst nichts besseres zu tun hat, vor allem ziemlich viel gekreischt.

Die Rollen sind also kaum ausgearbeitet und an Regieführung scheint es gewaltig zu mangeln.

Für die hier anwesende Schulklasse, die sich vermutlich durch Büchners Lektüre quälen musste,  dürfte die dargestellte Kunst eine willkommene Abwechslung sein, sind die Szenen doch teilweise mit nackter Haut und Gestöhne gespickt.
Allen anderen empfehle ich, dieser Produktion fern zu bleiben.

 

Woyzeck

 (c) pygmaliontheater.at



k2 Podcast

Juni 2011 (1): JazzFest Wien

Partner

  • Kultur Niederösterreich
  • Raiffeisen
  • Wien Kultur