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Twist and Shout

mangiapia, 2010-07-29 12:47

Was für eine Kulisse!

Auf die Rückseite von Stift Melk blickend, sind Publikumsreihen und Spielfläche zeltartig mit gebogenen Planen überdacht. Der Schwung wird im Bühnenbild durch einen gerundeten Balkon wieder aufgenommen und bildet so eine ansprechende und moderne Kulisse, die ein trashiges 60er Jahre Café beherbergt.

Die Dekoration ist in Türkis- und Pastelltönen gehalten, inklusive kitschigen Plastiktörtchen. Links auf der Bühne befindet sich die Band, während rechterhand eine Plastikkuh im symbolischen Garten weidet.

 

Von hieraus startet eine musikalische Odyssee durch die Weiten von Zeit und Raum. Genauer gesagt, durch die Charts der 60er, 70er und 80er Jahre.
Das Café verwandelt sich zu den Melodien von Janis Joplin und Simon&Garfunkel in einen woodstooktauglichen Sammelplatz für Hippies und schließlich zu David Bowies „Space Oddity“ in eine spacige Discowelt (die Kuh trägt inzwischen einen Astronautenhelm).

Judith Leikauf und Karl Fehringer haben also ganze Arbeit geleistet mit diesem Meisterwerk von Bühnenbild, welches sich jeder Epoche anpasst und sich vollends integriert.

 

Das Geschehen auf der Bühne lässt sich als Pseudo-Geschichte festhalten, welche durch die bloße Aneinanderreihung von Kassenschlagern und komödiantischem Talent der Schauspieler funktioniert. Es geht hierbei nicht etwa um einen kontinuierlichen Handlungsstrang, sondern vielmehr um die Veranschaulichung der Songtexte und der musikalischen, aber damit auch zeitgeschichtlichen Hauptthematiken der jeweiligen Ären. Die Übergänge sind, obwohl kein gesprochener Text einfließt, überaus flüssig und werden durch stummes Schauspiel und marginale Bühnenbildveränderungen herbeigeführt.


Allen voran versetzt Rounder Girl Tini Kainrath das Publikum in akustische Extase, aber auch die Kollegen stehen ihr kaum nach und bringen Herz und Seele in die genialen Arrangements (Matthias Bauer) der „twist and shout“-Revue.

 

„Twist and shout“ mag leichte Unterhaltung sein, aber es ist ein voll durchdachtes Gesamtkunstwerk, welches das Publikum mit Professionalität und Liebe zur Kunst in seinen Bann zieht.

Bravissimi!

twist

 (c) Sommerspiele Melk/ Lackinger



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