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Relatively Speaking

mangiapia, 2008-05-21 12:16

Die Kammeroper präsentiert eine Benefiz-Vorstellung von Alan Ayckbourns „Relatively Speaking“ in englischer Sprache zu Gunsten der CONCORDIA Sozialprojekte.

 

Das scheint mir derzeit ein stark grassierendes Virus zu sein, immer und überall Geld für irgendetwas zu sammeln und man kann ja dann auch nicht „Nein“ sagen, wenn unschuldige Kinderaugen um eine Spende bitten (Anm.: Das wird noch Mal mein Ruin…). Aber was soll’s, ist ja für einen guten Zweck und daher ist man auch niemandem böse.

Was ich allerdings wirklich nicht leiden kann, sind Schauspieler die in ihrem Privatleben mit geblähter Brust erzählen, wie gut sie nicht wären.
Wirklich, selbstbewusste Künstler zerstören jegliche Klischeebilder eines permanent an sich zweifelnden Perfektionisten der seine Arbeiten auf den Scheiterhaufen der Gesellschaft wirft. (Anm.: Wo sind sie nur hin, die desperaten Maler bewaffnet mit Terpentinkanistern und die Schauspieler, die weinerlich intonieren „ich kann diese Rolle nicht spielen, meine Chakren sind noch nicht eins mit der Person!“) Allzu gerne hätte ich den eingebildeten Herren in der Luft zerrissen und nun sitze ich hier und muss ihn doch für sein Talent loben…

Als Greg mimt Kieren Brown einen listigen Zeitgenossen, der seiner Freundin Ginny (Caroline Ciglenec) einen Strich durch ihre Affäre machen will. Er entdeckt erstmals fremde Pantoffeln unter seinem Bett und folgt seiner Freundin daher entschlossen ins vermeintliche Elternhaus, um um ihre Hand zu bitten. Blöderweise kommt er dort vor ihr an und unterbreitet seine Pläne kurzerhand Philip, der keineswegs Ginnys Vater, sondern ihr ehemaliger Chef und Geliebter ist, den Ginny besuchen wollte um ihre Affäre zu beenden. Philip allerdings, glaubt von seiner Frau Sheila betrogen zu werden und nimmt an, Greg wolle um die Hand seiner Frau anhalten. Die Missverständnisse überschlagen sich und als schließlich auch noch Ginny auftaucht, entsteht das reinste Tohuwabohu.

Ein äußerst belustigendes Stück, das vor britischem Humor und Situationskomik nur so strotzt  …man kann förmlich Ayckbourns Schweiß riechen. Die Darsteller beherrschen das Genre perfekt, was teilweise sicherlich herkunftsbedingt ist, und wirken äußerst erfrischend inmitten des tropischen Klimas der Kammeroper. Die Kulisse gibt nicht viel her, ist aber auch nicht notwendig.

Was die pompöse After-Party anbelangt, hoffe ich inständig, dass das Geld dafür gesponsert wurde.

        (c) Wiener Kammeroper


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