Monti Beton
mangiapia, 2008-05-08 15:27
Liebes Orpheum-Team, ich amüsiere mich jedes Mal köstlich über die Gelassenheit euerer Empfangsdame („Hallo! Einen Moment bitte …5 Minuten telefonieren… so jetzt. Hallo!) aber nun auch noch dieses bunte Presse-Umhängeschildchen das mir feierlich überreicht wird – pure Lustigkeit!
„Was mach ich denn mit diesem Teil? Darf ich damit Backstage?“
- „Nein, aber Sie dürfen in der Pause rein- und rausgehen.“
„Na Sie verwöhnen mich aber, herzlichen Dank.“
Mit dem Dings schau ich zumindest für die Platzanweiserin wichtig aus und darf mich trotz der blamablen Präsentation meines Berufstandes zu den Stammgästen gesellen.
Das Orpheum ist ja eines der wenigen Etablissements in denen man den Platz frei wählen darf um dort anschließend in fröhlicher Runde bei Tisch zu speisen, trinken und manchmal sogar rauchen.
Nach den ersten Nahrungszuführungen treten „Monti Beton“ auf und imitieren „The Kinks“. „Hm“, werden Sie jetzt denken, „was haben die noch gleich gesungen?“ – Unter anderem „Lola“, „You Really Got Me“ und „Sunny Afternoon“ aber auch unzählige Aha-Erlebnis-Garanten, denn irgendwie haben die Jungs einiges produziert das jeder kennt, von dem aber keiner weiß, dass es von den Kinks ist.
Die Truppe von „Monti Beton“ ist witzig, hat Stil und intoniert saubere Halbtonschritte die unter die Haut fahren um dort viele kleine Wölbungen zu verursachen – Gänsehaut pur.
Eigentlich kann man sich gar nicht beklagen. Schönes Konzert, tolle Stimmen aber so gern man die Kinks auch mag, es hilft nichts, sie sind halt nicht die Beatles.
Die Kinks hatten offensichtlich viele tolle Ideen, die sie leider allzu oft in Rudeln für einen Song verbrieten (Anm.: Wenn man die Stücke im Radio hört, fragt man sich gelegentlich, ob man sich aus versehen auf die Fernbedienung gesetzt hat.) Der Mut zu simplen, eintönigen Mainstream-Schinken wich scheinbar doch dem Versuch sich von den anderen Bands der 60er abzugrenzen.
Wirklich getobt und gefeiert wird auf der Publikumsseite erst, als die Band einen Song für den Beatles-Abend am Folgetag anstimmt – schade aber verständlich. Dennoch ein gelungener und erfolgreicher Abend der seinesgleichen sucht.
(c) Monti Beton



