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„Cut – eine bewegte Zeit“ im Dschungel Wien

mangiapia, 2010-06-15 16:38

So ganz aus den Kinderschuhen ist man wohl nicht heraus, dennoch bringt „Cut“, das Stück ab 15 Jahren, ordentlich Schwung in den Dschungel Wien.
Mit  rund 20 Schauspielern ist die Bühne hier wesentlich voller als üblich und so präsentiert sich dem rund um die Spielfläche versammelnten Publikum ein buntes und abwechslungsreiches Erlebnis.

 

Auf einer weißen Plane, dem Zeitplatz, wo die Zeitreiseleiterin (Sandra Miklautz) durch die Phänomene der Zeit führt, tummeln sich Passanten verschiedenster Natur:

Der Baumeister (Stefano Marcello) und dessen Frau (Maria Lohn), die verzweifelt versucht, ein wenig gemeinsame Zeit vom Zeitverkäufer (Khaled Sharaf El Din) zu ergattern,
des Baumeisters Sohn Paul (Michael Pointner) und dessen Freundin (Patrizia Urban), zwei Schülerinnen (Rosalie Lorenz, Lila Ludwig), die noch gar nicht recht wissen, wie sie ihre Zeit gestalten sollen,
eine Studentin (Judith Christian), ein schelmischer Artist (Matthias Messner) und schließlich einige Senioren, die sich durchs Zeitmuseum führen lassen und philosophische Fragen in den Raum stellen.

 

Die Zeit selbst tanzt als in weiß gehüllte Ballerina rund um das Geschehen und steht naturgemäß selten still (Silke Woschnjak).

Das Augenmerk ist in Claudia Bühlmanns Stück zwar meist auf den wenig angenehmen Mangel an Zeit gerichtet, doch hält sich die Thematisierung des Unbehagens in Grenzen.
Metaphorische Handlungen sind facettenreich gewählt und auch die immer wieder geschickt platzierten Sing- und Tanzeinlagen tragen sehr zur Unterhaltung bei.

An dieser Stelle mein besonderes Kompliment an den Soundmann Philipp Karajev, der die musikalische Begleitung im Alleingang schmeißt: Geige, Gitarre, Keyboard und Konsorten werden von dem Multitalent im fliegenden Wechsel bedient.

Auch schauspielerisch insgesamt eine gute Leistung. Wobei gerade Matthias Messner in der Rolle des Artisten und Rosalie Lorenz als Schülerin überzeugen. Letztere mimt zwar etwas überdramatisch, birgt aber sicherlich ein großes Potential für theatralische Rollen.

 

cut

 (c) Lukas Hochrieder



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