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„Ti amo“ …Dernière eines Italo-Musicals

mangiapia, 02.11.2009 16:39

Das Metropol-Team hat sich wohl gedacht, dass sich wahnsinnig viele Menschen wohlwollend an die italienischen Musikexporte aus dem „Anno Dazumal“erinnern.
Der Grundgedanke ist wohl richtig, denn das Haus war stetig gefüllt und auch heute Abend ist der Ansturm enorm.
Was auf der Bühne geboten wird, stößt bei mir jedoch auf völliges Unverständnis und lässt mich den Ausflug in die musikalische Vergangenheit vorzeitig unterbrechen.

Zunächst einmal darf ich mich als Italiener und Italo-Schlager Liebhaber outen(Anm.: Zumindest ersteres wussten Sie vermutlich bereits).
Da blickt man natürlich freudig gen „palco scenico“, wie der Italiener die Bühne nennt, und spitzt erwartungsvoll die Ohren. Hier offenbart sich eine typische Verwechslungskomödie rund um Toto, den einzigen Sohn des mächtigsten Mafia-Bosses von Chicago.
Toto hat nur leider keinerlei Ambitionen ins Business der „famiglia“ einzusteigen  und möchte Sänger werden. Daher flüchtet er zu seinem Onkel Franco nach Wien, der ein Revuelokal betreibt. Als Toto dort erscheint, wird er mit dem Barsänger Toni verwechselt. Und Toni mit ihm. Tonis Ex-Freundin Gina und die ehrgeizige Studentin Elisa, die bei Franco als Aushilfskellnerin jobt, sorgen für zusätzliche Verwirrung.
(Anm.: Den Rest der Handlung können Sie mit dieser Starthilfe ohnehin erraten und falls nicht, ist es auch nicht Schade darum.)

Das Unterfangen erinnert mich ein wenig an die  Musical-Verfilmung  „Mamma Mia“. Man kann sich bildlich vorstellen, wie Regisseurin Viktoria Schubert mit den Autoren Hofbauer und Gull darüber debattiert, welche sinnlosen Handlungsverkettungen man in das Stück stopfen muss, um möglichst viele Gassenhauer der Vergangenheit integrieren zu können.
Im Fünf-Minuten-Takt verblüfft man mich mit unwürdigen Dialogen, folglich auch schlechtem Schauspiel und verblüffenden Überleitungen zu Songs.
Die Songs selbst werden teilweise eingedeutscht und damit oftmals verstümmelt.

Das auch die sonst talentierten Schauspieler  Lilian Klebow, Stefano Bernardin und Adriana Zartl an dem Stück scheitern, ist wohl nicht verwunderlich.

Trotzdem, dem anwesenden Publikum scheint es zu gefallen und erlaubt ist schließlich was gefällt.



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