© ORF/Hans Leitner
Am 6. Oktober wird wieder die (Museums-)Nacht zum Tag gemacht, 670 Museen und Galerien in ganz Österreich haben bis 1 Uhr früh offen und sind mit einem Ticket zugänglich.
Sie sei „aus dem österreichischen Kulturkalender nicht mehr wegzudenken“, sagt ORF-Generaldirektor und Mitveranstalter Alexander Wrabetz. Im Gegensatz zu der verschwundenen Langen Nacht der Musik geht die Lange Nacht der Museen bereits in ihre 13. Ausgabe, am 6. Oktober werden 670 Museen und Galerien außertourlich abends geöffnet. Unter dem heurigen Motto „Kultur, die beflügelt“ wird die Veranstaltung fortgesetzt, die auf 3,8 Millionen Besucher seit ihrem Beginn im Jahr 2000 verweist. 2011 wurden 411.000 Besucher in ganz Österreich gezählt, man darf neugierig sein, ob der Rekord abermals gebrochen wird – und auch, ob heuer das Naturhistorische Museum Wien, die Albertina oder das Kunsthistorische Museum Wien Spitzenreiter sein wird, die als solche in den vergangenen Jahren stets um den 1. Platz ritterten.
Mittelalterfest
Apropos Ritter: Die Albertina lädt heuer anlässlich der Ausstellung zu Kaiser Maximilian I. zu einem Mittelalterfest, Gaukler und Minnesänger werden das ehrwürdige Palais beleben, auch ein Turnier wird stattfinden. Im Naturhistorischen Museum wird es Menschenfresser-Führungen geben, im Hofmobiliendepot kann man anlässlich der Sisi-Möbel-Ausstellung Sisi-Sterne und Franz-Joseph-Orden basteln, in der Kunsthalle Wien kann man anlässlich der Schau zu William S. Burroughs einen eigenen Cut-up-Text live performen. Im Unteren Belvedere wird passend zur Ausstellung „Orient und Okzident – Österreichische Künstler auf Reisen“ Orientalischen Tanz ausprobiert. Auch die neu renovierte Klimt Villa im 13. Bezirk gehört zum Angebot. Großer Andrang wird (auch wegen der geringen Anzahl von Besuchern pro Führung) sicherlich bei der Dritten Mann Tour und bei Dialog im Dunkeln sein.
Damit die Lange Nacht der Musik nicht ganz verloren ging, gibt es in zahlreichen Museen Musikprogramm, so etwa im Jüdischen Museum mit dem Konzert des Duos Almendra und jenem von Christine Hödl im Haus der Musik. Mit einer witzigen Performance lässt der Kunstraum Niederösterreich in der Herrengasse aufhorchen: Andreas Strauss stellt eine hölzerne Badewanne mit getrennten Reinigungswänden und zirkulierendem Wasserkreislauf auf, bis 23 Uhr kann hier gebadet werden.
Tiere treffen und präparieren
In Niederösterreich locken unter vielen anderen das Egon Schiele Museum in Tulln, das Krahuletz Museum in Eggenburg und die Kulturfabrik Hainburg, durch die Kunsthalle Krems führt der Direktor Hans-Peter Wipplinger persönlich, durch seine Ausstellung „Up from the Skies“ in der Landesgalerie für zeitgenössische Kunst Krems Zeit Kunst Niederösterreich der Künstler Manfred Wakolbinger. In Friedensreich Hundertwassers Schiff Regentag erzählt der ehemalige Kapitän und Weggefährte des Künstlers Anekdoten. Im Karikaturmuseum treffen Kinder auf Janoschs Tiger, Ente und Bär und bekommen Einblicke in die Arbeit eines Tierpräparators. Man lädt ein, so ORF-Niederösterreich-Chef Norbert Gollinger, „sich in entspannter Atmosphäre von der Vielfalt künstlerischer und kultureller Angebote in Niederösterreich selbst ein Bild zu machen.“
Wettfischen im Urmeer
Im Burgenland ist gar die kleinste Galerie Österreichs, der Kunstraum O, mit dabei, ebenso das Freilichtmuseum Unterrabnitz, das Künstlerdorf Neumarkt an der Raab und die Gedenkstätte in Rechnitz. Im Haydn-Haus kann man Notenblätter mit Federkiel und Tinte bemalen, im Landesmuseum Burgenland anlässlich der Schau „Als das Burgenland noch am Meer lag“ im Urmeer um die Wette fischen.
Theresa Steininger









