Gewinnerin Lilo Nein.
© Olivia Jaques
Der Kunstraum Niederösterreich zeigt die Gewinnerin des Kunstpreises H13 am 6. September.
Wer an Kunst denkt, denkt zunächst wohl nicht an Performance. Dabei hat Performative Kunst in Österreich seit den Sechzigerjahren (Valie Export, Wiener Aktionismus) einen besonderen Stellenwert. Sie beschäftigt sich mit Fragen der körperlichen Darstellung, der Inszenierung. Als „Ereignis“ bleibt Performance im Gegensatz zu einer Theateraufführung offen und unwiederbringlich durch die unmittelbare körperliche Präsenz von KünstlerIn und Publikum. Was ist ihr Wert? Die vieldiskutierte Frage Werke der Kunst betreffend scheint hier nicht von Belang. Umso wichtiger die Frage der künstlerischen Würdigung: Dotiert mit Euro 2.000,- wird der Kunstpreis H13 heuer zum sechsten Mal verliehen und lenkt die Aufmerksamkeit auf Arbeiten der jüngeren Generation. Die diesjährige Preisträgerin Lilo Nein (* 1980) studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien Bildhauerei und Performative Kunst. Sie setzt sich mit dem Verhältnis von Text und Performance, Sprache und Körper, Theorie und Praxis, auseinander. Der Text (Fotomaterial, Skizze, Partitur etc.) bedingt die Performance bedingt den Text. Jede Vorführung wird damit zur Fortführung im Kopf. In der Kommunikation mit dem Publikum ist Performance für Lilo Nein eine Erfahrung, die sich fortschreibt, im Fluss bleibt.
Elvira Gross









