© Jan Wenzel/Kunst Haus Wien
Das Kunst Haus Wien erforscht ab 12. Oktober die Faszination Automatenfotos.
Man geht in eine Kabine, zieht den Vorhang zu, macht sich zurecht, wirft Geld ein – und klick. Drei Minuten später sind die Fotos da. Identitätsnachweise oder kleine Kunstwerke. Die Faszination des Fotoautomaten hat, seit es ihn gibt, auf die Kunst übergegriffen. Das Kunst Haus Wien widmet diesem Phänomen ab 12. Oktober eine Ausstellung. „Bereits die Surrealisten waren vom Verschwinden des Künstlers hinter dem Objektiv angetan, das passte in ihr Konzept“, sagt Kurator Andreas Hirsch. „Auch Warhol war von der Idee begeistert, ebenso Arnulf Rainer. Und Jan Wenzel machte ein Puzzlespiel aus Fotos, die insgesamt einen ganzen Raum ergeben.“ Mehr als 300 Exponate werden in der Ausstellung gezeigt, die in Zusammenarbeit mit dem Musée de l’Elysée Lausanne entwickelt wurde, darunter sind auch Arbeiten von Thomas Ruff und Cindy Sherman. Es wird auch gezeigt, wie Franco Vaccari bei der Biennale 1972 schlichtweg einen Automaten in den Pavillon stellte und so eine Ausstellung in Echtzeit durch vom Besucher geschossene Fotos entstehen ließ. Darüber hinaus ist die Verwendung in Filmen wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“ Thema. Das Spiel mit der Identität ist es, das viele Künstler reizt, so Hirsch. „Die Faszination hat mit dem Blick auf einen selbst zu tun, mit der ständigen Verfügbarkeit und außerdem mit der Mischung aus dem öffentlichen Raum, in dem der Foto-Automat steht, und dem privaten, den man hinter dem Vorhang entstehen lässt.“ Die Schau über das Ritual im Vorübergehen und die Möglichkeit, um zwei Euro Artefakte zu bekommen, ist chronologisch gegliedert, auch technische Aspekte werden eingebracht.
Theresa Steininger









