"Die Spinne"
© Adolf Frohner gemeinnützige Privatstiftung; Foto: Peter Boettcher
Das Forum Frohner in Krems zeigt ab 21. Oktober anlässlich des fünfjährigen Bestehens Raumskulpturen, Gerümpelplastiken und mehr.
„Den Bildern die Wunden schlagen, die den Menschen geschlagen wurden, die Ruinen zeigen, die ja tatsächlich da sind ...“ Adolf Frohners Drastik lässt niemanden unberührt. Abstrakt-expressive Malerei, Materialbilder, Matratzenschlachtung. „Blutorgel“-Manifest, dreitägige Einmauerung mit Otto Muehl und Hermann Nitsch (1962), Mitte der Siebzigerjahre dann der Wandel zur Figuration. Frohner (1934–2007) will begreifen, was eine Substanz ausmacht, ihre Sinnlichkeit; er will Malerei und Bildhauerei entgrenzen, über ihre Dimensioniertheit hinausgehen. Ob Bild, Skulptur, Installation oder der Mensch selbst: Körperliche Bedingtheit, auch im Sinne der Verletzbarkeit, ist für ihn Ausgangspunkt: Deformation und Desillusion als Möglichkeit der Erkenntnis. Was ihn interessiert, ist die Kehrseite, das Triviale, Hässliche, Obszöne und Verdrängte. So sage eine entsorgte Matratze mehr über das Menschsein, Geburt, Liebe, Krankheit, Tod aus als jedes Denkmal, auch als „Wegwerfprodukt, Ekelprodukt“. Alltagsrealität, Alltagsbrutalität. Das Objekt und sein Schatten, die Schattenseite festhalten. Anlässlich seines fünfjährigen Bestehens zeigt das Forum Frohner erstmals Raumskulpturen, Gerümpelplastiken und Materialobjekte des international ausgezeichneten Künstlers. „Kunst ist überall“, und sie ist ein Spiegel des Inneren.
Elvira Gross









