Ein Werk von Ernst Caramelle.
© MUSA
Im MUSA werden anlässlich des 5-jährigen Bestehens Raumbeziehungen anhand von 50 Kunstwerken erforscht.
Ein Rüssel aus Leinen und Stäben und ein tönender Schirm hängen von der Decke. Ein Schubkarren mit Ziegeln, unvollständige Sessel, ein Gummigeflecht und vieles mehr stehen im Raum verteilt. Ein Flugzeug steckt in der Wand. Mit der Ausstellung „Space Affairs“ will man im MUSA den Raum durch die Beziehungen dessen, was darin steht, entdecken. 50 Objekte, Installationen, Fotografien, Videos und mehr erzeugen ein Geflecht, das zum Nachdenken über Konstellationen und ihren Einfluss auf die Wahrnehmung der Umgebung anregen soll. „Der Reichtum dieser Ausstellung ist, wie jedes einzelne Werk im Bezug zu den anderen und zur Halle aufgeht“, sagt MUSA-Direktor Berthold Ecker. Kurator Marc Mer, selbst Künstler, fordert den Besucher auf, die Schau selbst zu erleben: „Nur jeder Einzelne für sich kann wahrnehmen, worum es geht. Jede Arbeit ist aus jedem Blickwinkel mit einer anderen Bedeutung behaftet, Durchblicke sind bewusst angelegt.“
Unter den ausgestellten Werken ist auch eine Fotoserie von Alexandra Brandl, die dokumentiert, wie sie in einem alten Auto Bananen über Wochen verschimmeln ließ. „Ich versuchte Vergänglichkeit anhand der Statussymbole Banane und Auto zu dokumentieren und so Alltagsgegenständen eine neue Bedeutung zu geben“, schreibt sie. „Es gab heftige Reaktionen, die Leute haben mir gedroht und versucht das Auto anzuzünden. Schließlich wurde es abgeschleppt.“ Die Fotoserie zeigt viele Situationen innerhalb dieses Prozesses auf.
Mit der Ausstellung „Space Affairs“ begeht das MUSA in der Felderstraße neben dem Rathaus seinen Geburtstag. Seit fünf Jahren werden hier bei freiem Eintritt Werke aus der Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien für zeitgenössische Kunst gezeigt, stets einem Thema und einmal im Jahr einem Kunstjahrzehnt gewidmet. Für Direktor Berthold Ecker ist die Idee des MUSA „mehr als aufgegangen. Die Wiener Szene hatte vorher keine Plattform und viele haben versucht, sich draufzusetzen, aber nur wir haben das Potenzial dazu - mit 30.000 zeitgenössischen Wiener Werken in der Sammlung.“ Als Wiener Künstler sieht man hier jeden an, der in der Stadt lebt. Einen hochqualitativen Querschnitt dessen zu bieten, was in Wien in den vergangenen Jahrzehnten entstanden ist, ist der Anspruch - „und das mit höchstmöglicher Qualität und größtmöglicher Breite“, so Ecker. Nebenan sind die Startgalerie, wo man junge Künstler der Öffentlichkeit vorstellen will, und die Artothek, wo jeder Wiener um 2,50 Euro pro Monat Kunstwerke ausleihen kann, untergebracht.
Theresa Steininger









