Projektskizze Wilder Raum 2012
© Zeichnung, Josh Müller
Eine Überraschung bringt die Ausstellung "Wilder Raum" im Kunstraum NÖ.
Bereits Joseph Beuys hat die herkömmliche Vorstellung einer Ausstellung infrage gestellt, um den Begriff von Kunst zu erweitern. „Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt“, die berühmte Aktion des Künstlers im Jahr 1965, stellte das Publikum vor verschlossene Türen, während Beuys drinnen (Galerie Schmela/Düsseldorf) Zwiegespräch mit einem Hasen führte, diesem vermittelte, was Kunst sei.
Was die Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung „Wilder Raum“ erwartet, wird offengelassen. Wild ist, was sich dem Programm entzieht. Wenngleich das Thema Zeichnung Ausgangspunkt der Projektidee im Kunstraum Niederösterreich war, bleibt davon nur eine metaphorische Spur. Wilder Raum versteht sich als Laboratorium, ist zugleich Arbeitsprozess und Werkstätte eines künstlerischen Experiments.
Die teilnehmenden Künstler (Paul DeFlorian, Veronika Dirnhofer, Iris Dittler, Barbara Eichhorn, Sissi Makovec, Josh Müller, Markus Taxacher, Andreas Spiegl und Christian Schwarzwald) gehen vor Ort der Frage nach, was Linie, was Geste, was Kunst außerhalb ihrer institutionellen Bedingtheit bedeutet. Keine fertigen Werke im Kopf beziehungsweise in Händen, sondern die jeweilige künstlerische Strategie, das Werkzeug. Was kann aus dieser offenen künstlerischen Praxis zwischen Atelier, Galerie und Öffentlichkeit, zwischen Spontaneität und Reflexion entstehen?
In den Koordinaten eines Zeitfensters zwischen 27. 5. und 13. 6. 2012 spielt sich das Experiment „Wilder Raum“ ab, dessen Ausgangs- und Endpunkt keiner vorgegebenen Linie folgt. Doch es ist bereits im Gange. Elvira Gross









