Der Maler "auf der Suche nach dem Vollkommenen": Die Albertina zeigt Zeichnungen, Kartonarbeiten und Bozzetti von Markus Lüpertz.
„Der Künstler will nicht provozieren, er will nur seine Vorstellung von großer Malerei, von Vollendung verwirklichen.“ So wird der deutsche Künstler Markus Lüpertz zitiert, der mit seinen Arbeiten oftmals für Aufsehen sorgte, etwa mit einer Mozart-Skulptur in Salzburg, die geteert und gefedert wurde. Die Ausstellung "Markus Lüpertz. Metamorphosen der Weltgeschichte" in der Albertina soll Lüpertz` Suche nach eben dieser Vollendung nun zeigen, Kuratorin Antonia Hoerschelmann sagt: „Die Schau lässt jene Reise, die der Künstler bis zur vollkommenen Form macht, ein Stück mitverfolgen – auch wenn Lüpertz sagt, die Suche nach dem Vollkommenen an sich macht schon den Maler aus“.
100 Arbeiten des deutschen Künstlers, der oft als „Malerfürst“ tituliert wird, sind in der Pfeilerhalle der Albertina zu sehen, darunter zahlreiche großformatige Kartonarbeiten und viele Zeichnungen, mehr als je zuvor von ihm in einer Ausstellung zu sehen waren, sagt Albertina-Direktor Klaus A. Schröder. Es seien "Vorarbeiten und Vorlagen, die zu autonomen Kunstwerken geworden sind". Und er gibt zu bedenken, dass die Konsumation keine leichte ist: „Kaum glaubt man, einen Lüpertz erwischt zu haben, rutscht er schon wieder weg und zeigt sich ganz anders.“
Stahlhelme und Ähren
Einerseits präsentiert man einige Werke, die der von Lüpertz geschaffenen Gattung der „Dithyramben“ zugeordnet sind und die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion einen eigenen Weg markieren. Rainer Metzger bezeichnet sie in seinem Katalogtext als „Gebilde aus Farbe, die nicht abstrakt waren, denn sie hatten eine Art Gestalt, aber sie waren zu blockhaft, verschlossen oder selbstbezogen, um preiszugeben, wofür sie da sind“, er spricht auch von einer „Vermittlung der Mächtigkeit“.
Mächtig sind andererseit vor allem jene der ausgestellten Arbeiten, die durch ihre Ikonographie einen nicht bewältigten deutschen Nationalpathos anprangern - Arbeiten zu "Deutschen Motiven", die das Werk Lüpertz` prägten und die Rezipienten oft polarisierten. Stahlhelme, Ähren, starke Arme und Geweihe sind hier seine Objekte, erdige Farben seine Wahl.
Gegenüberstellungen
Der eingangs angesprochene Weg des Künstlers kann beispielsweise nachvollzogen werden, wenn neben dem Gemälde „Schwarz-Rot-Gold“ Entwürfe zu diesem in Tusche und Kreide gehängt sind. Die Bronze-Bozzetti seiner Skulptur Daphne sind von zahlreichen Vorzeichnungen umgegeben. Dass diese Modelle zur Skulptur bemalt sind, zeigt Lüpertz als einen Künstler, der Gattungs-Grenzen überspringt.
In der Ausstellung ein einheitliches Bild zu finden, ist wohl nicht das Ziel, ist doch der rote Faden durch Lüpertz´ Oeuvre laut Kuratorin Hoerschelmann gerade „das In-Frage-Stellen, die Möglichkeit, immer alles wieder neu zu erkennen.“
Theresa Steininger









