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Und ewig lockt das Weib!

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Und ewig lockt das Weib!

"And what may I ask is so special about September?", Playboy Magazin, 1996
© Playboy Magazine, 2010

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Weltmeister. Das Karikaturmuseum widmet Erich Sokol, dem Weltstar unter Österreichs Karikaturisten, eine Ausstellung.

Wer kennt sie nicht? Die drallen, meist blonden, vollbusigen, nackten jungen Schönen, die mit soignierten, lüsternen älteren Herren ihre eindeutig zweideutigen Späßchen treiben? – Die typischen „Playboy“-Blätter von Erich Sokol! 

Doch was auf den ersten Blick wie ein farbig gemalter Blondinenwitz erscheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung zumeist als hintergründiger Kommentar in Bild und Text zur stets wiederkehrenden, zutiefst menschlichen Tragikomödie: Ewig lockt das Weib – und der Mann bleibt doch immer irgendwie der Dumme. Erich Sokol studierte Welthandel. Mit seinem Zwillingsbruder Alfred. Doch Erich erkannt bald: Zahlen und Bilanzen waren nicht die Welt eines hoch talentierten Zeichners. Schon 1952, als 18-jähriger Schüler, verkaufte er seinen ersten Cartoon.

Der Weltmeister in Amerika

Das Traumziel der österreichischen Nachkriegsjugend hieß damals Amerika – und Erich Sokol bekam ein Stipendium für das renommierte Institut of Design in Chicago. Hier begann 1957 sein kometenhafter Aufstieg als Zeichner. Sokol hatte Glück: Schon wenige Wochen nach seiner Ankunft in den USA saß der junge Mann aus Österreich einem gewissen Hugh Hefner gegenüber. Der hatte erst im Dezember 1953 das Männermagazin namens „Playboy“ gegründet, eine scharf kalkulierte Mischung aus knackig frischem Mädchenfleisch und anspruchsvollen Texten. 

Hefner gelang es mit seinem „Playboy“, das Thema Sex aus der Schmuddelecke zu holen und ins Licht der Regale der Hochglanzmagazine zu heben. Zum Erfolgsrezept des „Playboy“ gehörten nicht nur perfekt gestylte Fotostrecken und gute Texte, sondern auch qualitätsvolle, großflächige Illustrations- und Humorgrafiken. Erich Sokol ergriff sofort die Chance, seine eigene Entwicklung voranzutreiben: weg vom Schwarzweiß, hin zur (Deck-)Farbe in seinem realistischen, sehr malerischen Stil und in größeren Formaten.

Diese ersten Gespräche fanden Mitte 1957 statt. Im „Playboy“ vom Jänner 1958 erschien schon der erste „Sokol“. Ganzseitig und in Farbe! In der Praxis funktionierte die langjährige Zusammenarbeit zwischen Sokol in Wien (später in Mödling) und der „Playboy“-Redaktion in New York mittels Luftpost, Telefon, später auch per Fax und E-Mail.

Sokols „Deckel“

Aber stammten all die skurrilen Einfälle, die Witze, Gags und komischen Situationen, die Sokol in seine typischen Bilder umsetzte, nur von ihm selbst? Am Anfang schon. Doch als Erich Sokol 1960 wieder nach Wien zurückkehrte, fand der begehrte Zeichner und Grafiker auch viele andere Tätigkeitsfelder. Da blieb nicht allzu viel Zeit, sich jeden Monat neue Gags für den „Playboy“ auszudenken – und malerisch umzusetzen. Denn Sokols „Deckel“ (so nannte er seine Arbeiten) waren in Wirklichkeit Ergebnisse intensiver künstlerischer Arbeit: Für eine seiner detailreichen, farblich ausgeklügelten Cartoonszenen brauchte der „Weltmeister“ mindestens eine Woche! 

Daher schickte er nur noch selten eine eigene Skizze nach New York. Doch die Amerikaner liebten Sokols Stil und Witz. Sie fanden einen Ausweg: In Amerika gibt es den Beruf des „gag writers“ (Witzeschreibers). Solche professionellen „gag writers“ arbeiteten auch für den „Playboy“. Erich Sokol bekam daher auch oft ihre Vorschläge zugesandt: kleine Zettel mit Strichmännchen-Skizzen und einer Textzeile. Erst in der unverwechselbaren Ausführung liegen die Kunst und der Wert eines „echten Sokol“.

Viele echte Sokols kann man nun vom 17. April bis 1. November 2010 im Karikaturmuseum in Krems bewundern.

Von Erwin Melchart


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September 2010 (1): Interview mit Sängerin Violetta Parisini und mit BA Kunstforum Wien-Direktorin Ingried Brugger

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