Der 2007 verstorbene Adolf Frohner gehört zu jenen Künstlern, die bis heute die Geister scheiden. Im Gegensatz zum allseits abgesicherten Werk so mancher österreichischer Kollegen garantiert jenes von Frohner immer noch Kontroversen.
Schon sein erster Auftritt polarisierte: 1962 ließ er sich gemeinsam mit Hermann Nitsch und Otto Muehl in den Perinet-Keller in Wien-Leopoldstadt einmauern. Am Aktionismus interessierte ihn aber weniger das Performative, sondern eher das Endprodukt – die Malerei, das Objekt selbst. Für seine späteren Assemblagen verwendete er mit Vorliebe ausgeweidete Matratzen, Holz, „arme“ Materialien, die er pastos bemalte; sein Markenzeichen wurden jedoch die verschnürten Frauenakte, deren Ausdruck häufig zwischen Lust und Leid schwankt – auch so ein Lebensthema dieses polternden, aber herzlichen Barockmenschen.
Van Gogh und Cézanne entdecken, dass sie fliegen können
Nach zahlreichen Gruppenausstellungen entschloss sich das forum frohner nun zu einer Einzelschau des Künstlers; Anlass dafür ist die kürzlich gegründete Stiftung Frohner, an die Werke aus seinem Wiener Atelier geschenkt wurden – darunter solche mit eigenwilligen Titeln wie „Van Gogh und Cézanne entdecken, dass sie fliegen können“ (1998/99) oder „Ich und ichich“ von 1986.
Von Nina Schedlmayer









